An der deutsch-österreichischen Grenze an der B512 kontrollieren Bundespolizisten den Einreiseverkehr nach Deutschland an der Grenze zu Schärding auf der B512. (Archiv)
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An der deutsch-österreichischen Grenze an der B512 kontrollieren Bundespolizisten den Einreiseverkehr nach Deutschland an der Grenze zu Schärding auf der B512. (Archiv)

„Vier Mal aggressiver“

Tirol-Mutation: Österreich verschärft Grenzkontrollen „massiv“ - CSU-General Blume geht einen Schritt weiter

  • Christian Deutschländer
    VonChristian Deutschländer
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Österreich lockert seine Corona-Maßnahmen trotz weiterhin hoher Zahlen. In Bayern löst das Besorgnis aus. Nun werden die Grenzkontrollen verschärft.

München – Österreich lockert, Bayern bangt: Zwischen den Ländern knirscht es wegen der Corona-Politik. Die CSU-Spitze äußert totales Unverständnis, warum die Läden im Nachbarland am Montag geöffnet werden, während in Tirol eine Virus-Mutation um sich greift. Kompromiss vorerst: Die Grenzkontrollen werden verschärft.

Corona-Mutation in Österreich: Sorge in Bayern wächst - „schnelles Handeln erforderlich“

Bayern droht nun offen mit einer schnellen Grenzschließung zu Teilen Österreichs und zu Tschechien. „Wenn Tschechien und Tirol Mutationsgebiete sind, dann muss man dies auch feststellen und die Grenzen abriegeln“, so CSU-Generalsekretär Markus Blume. „Jetzt ist schnelles Handeln erforderlich – wenn sich die Mutante bei uns breit gemacht hat, ist es zu spät“, sagte er unserer Redaktion.

In Tirol breitet sich im Inntal unweit der bayerischen Grenze offenbar die südafrikanische Variante des Coronavirus aus. Blume warnt, diese Mutation greife das Immunsystem „vier Mal aggressiver“ an als die britische Mutation, die wiederum laut Hinweisen von Experten stärker Kinder treffe. Blume kritisierte Lockerungen in den Nachbarländern scharf. „Österreich und Tschechien gefährden mit ihrer unverantwortlichen Öffnungspolitik unsere Erfolge in Deutschland.“ Die größte Corona-Gefahr „lautet an der Grenze, nicht in der Kita oder beim Friseur“, sagte Blume. Er warnte in der Bild außerdem vor einem „zweiten Ischgl-Effekt für ganz Europa“.

Corona-Mutation in Österreich: „Massiv“ verschärfte Kontrollen an Grenze zu Bayern

In Österreich dürfen ab Montag wieder Geschäfte öffnen. Gleichzeitig fürchtet die Tiroler Landesregierung, dass das Bundesland von Wien aus unter Quarantäne gestellt werden könnte. Eine Entscheidung stand bisher noch aus.

Als eine Konsequenz steht seit Sonntagnachmittag nun fest: Die Grenzkontrollen werden erheblich verschärft. Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) kündigte „massiv“ verschärfte Kontrollen auch an der Grenze zu Bayern an. Man müsse „Reisebewegungen auf das absolute Minimum reduzieren“, sagte er. Vor allem deutsche Einkäufer und Touristen sind vorübergehend nicht in Österreich erwünscht.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) unterstützt das. Herrmann geht derzeit nicht so weit wie Blume, über eine Abriegelung der Grenze zu sprechen. Er betont aber, Bayern habe seinerseits die Schleierfahndung verstärkt. „Die Corona-Lage ist immer noch sehr brenzlig, gerade mit Blick auf die hochansteckenden Corona-Mutationen“, so Herrmann gegenüber unserer Redaktion. Man müsse „sehr genau die Einhaltung der strengen Corona-Einreiseregeln überwachen, vor allem an den Grenzen zu Tschechien und Österreich sowie auch an den Flughäfen“. Herrmann verweist außerdem auf Bayerns strenge Corona-Regeln hin, wonach Einkaufstouren und Skifahren in Nachbarländern ohnehin untersagt sind. „Wie auch die österreichische Polizei werden die Bayerische Polizei und die Bundespolizei mit ihren Kontrollen solche Fahrten zu touristischen Zwecken oder zum Einkaufen unterbinden.“ (cd)

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