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Wahlsieger Kurz - und CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (Archivfoto).

Kommentar zur Österreich-Wahl

Lektion aus Wien: Wahlsieger Kurz blamiert CDU und CSU

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Während die Union hierzulande in Untergangsstimmung versinkt, zeigt Sebastian Kurz eindrucksvoll, wie es als Volkspartei gelingt, konservativ denkende Wähler zu mobilisieren. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

München/Wien - So viel wurde zuletzt über den angeblich naturgegebenen Untergang der Volksparteien gejammert, dass manche in der Merkel-Söder-Union sich schon bequem eingerichtet haben in ihrer 27-Prozent-Titanic. Der rauschende Wahlerfolg von Sebastian Kurz in Wien zeigt: Es geht auch anders – wenn Programm und Personal stimmen. Nicht mit Wendehalsigkeit lassen sich Rechtspopulisten überflüssig machen. Sondern mit Mut, Standfestigkeit und Inhalten nahe an den Menschen, etwa einer restriktiven Migrationspolitik. 

Der junge Kanzler in Wien hat aus der ÖVP wieder eine Volkspartei im besten Sinne geformt, eine Partei, die Mehrheiten über alle Schichten, Altersgruppen und Regionen hinweg einzufahren in der Lage ist. Und die konservativ denkende Wähler nicht wie Sondermüll zu den Rechten abschiebt.

Österreich-Wahlsieger Sebastian Kurz - Not und Elend in der Unionsführung

Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Kurz hat mit seinem Sieg nicht nur die Konkurrenz in Wien beschämt. Sondern auch schonungslos die Schwächen der Merkel-Kramp-Karrenbauer-CDU in Berlin offen gelegt. Die beiden sich argwöhnisch belauernden Damen rennen verzweifelt den Grünen hinterher – und schaffen es gleichzeitig nicht, im selben Flieger zur Weltklimakonferenz in die USA zu fliegen. 

Nicht mit politischen Initiativen macht die CDU-Doppelspitze von sich reden; sondern mit Dementis, die mühsam ein Zerwürfnis kaschieren sollen. Besser lassen sich Not und Elend der aktuellen Unionsführung kaum beschreiben.

Österreich-Wahl: AKK gratuliert Kurz - Spahn mit indirekter Watschn für sie

Nach dem Sieg der ÖVP gehörte Annegret Kramp-Karrenbauer am Sonntagabend zu den ersten Gratulantinnen. Doch Rückenwind aus Wien spüren nur ihre Rivalen Jens Spahn und Friedrich Merz. Mit „Mut zu Haltung“ und dem „Willen zu politischer Führung“ sei ein beeindruckender Wahlerfolg gelungen, jubelte Spahn. Das lässt sich auf zweierlei Art lesen: als ein Lob für Kurz. Und als Watschn für AKK. Mal schauen, ob CDU und CSU aus der Lektion aus Wien lernen.

Für Aufregung sorgte der ZDF-Moderator Claus Kleber, als er am Sonntagabend Sebastian Kurz im „heute journal“ interviewte. Zuschauer bezeichneten seine Art als „unmöglich und respektlos“.

Lesen Sie auch: FDP-Chef Christian Lindner erkennt gerade Horst Seehofer kaum wieder und polarisiert in der Klimadebatte. Doch wofür steht die FDP eigentlich?   

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