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Kurz fällt tief - doch ein „Wunderwuzzi“-Comeback ist drin

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Von: Georg Anastasiadis

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Sebastian Kurz fällt tief - aber nicht ins Nichts, kommentiert Georg Anastasiadis.
Sebastian Kurz fällt tief - aber nicht ins Nichts, kommentiert Georg Anastasiadis. © Georg Hochmuth/APA/AFP/Marcus Schlaf/fn

Dass sie Sebastian Kurz noch überlebt, hätte sich nicht mal Angela Merkel nicht träumen lassen. In Berlin und München dürften Champagnerkorken knallen, kommentiert Georg Anastasiadis.

Auch für politische Wunderknaben gelten die Gesetze der politischen Schwerkraft. Sebastian Kurz, der österreichische Ikarus, ist der Sonne zu nahe gekommen – und tief gestürzt ins Schattenreich der Wiener Politik. Die Vorwürfe, Kurz und seine Helfer hätten sich zu Beginn seiner atemberaubenden Staatskarriere mit Steuergeldern günstige Umfragen und lobende Presseberichte gekauft, sind selbst im Land der berühmten „Freunderlwirtschaft“ so toxisch, dass nichts und niemand den Fall des mächtigen Bundeskanzlers mehr aufhalten konnte. Auch nicht die in reichem Maße vorhandenen politischen Erfolge, die Österreich und die regierende Volkspartei zu beneideten Vorbildern in Europa haben werden lassen.

Sebastian Kurz bleibt „Schattenkanzler“ - ÖVP-Chef strahlte bislang weit über Österreich hinaus

Auch in Berlin und München werden nun manche frohlocken, die sich lange über den erfolgreicheren und beliebteren Wiener Kollegen ärgern mussten. Auch für viele Bundesbürger war Kurz, nicht nur wegen seiner klaren Haltung in der Migrationsfrage, in den vergangenen Jahren zu einem Hoffnungsträger geworden, der weit über Österreich hinaus strahlte.

Der Wiener Kanzler stürzt nicht ins Nichts: Als voraussichtlich künftiger Partei- und Fraktionschef der ÖVP wird er, wie die SPÖ-Vorsitzende es zutreffend ausdrückt, der neue „Schattenkanzler“ Österreichs, neben dem offiziellen Kanzler Schallenberg – vorausgesetzt, die mitregierenden Grünen lassen sich darauf ein und setzen das türkis-grüne Bündnis fort, wozu es wegen der starken Stellung der rechten FPÖ kaum eine echte Alternative gibt.

Österreich: Kurz‘ Popularität schützt ihn vor dem Sturz ins Nichts - nicht mal ein Comeback ist ausgeschlossen

Vor dem Sturz ins Nichts bewahrt den 35-Jährigen bis auf Weiteres seine Popularität, auf die seine ÖVP, die in Wahrheit ja eine Liste Kurz ist, nicht verzichten mag und kann.

Nicht mal ein Comeback ist ausgeschlossen. Dazu müsste Kurz entweder die Vorwürfe der Staatsanwälte entkräften, was sich nach aktueller Aktenlage schwierig gestalten könnte. Oder darauf hoffen, dass die Österreicher ihrem „Wunderwuzzi“ dessen schwere Jugendsünde noch einmal verzeihen.

Georg Anastasiadis

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