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Der Skandal schwächt die nach den Parlamentswahlen vom 15. Oktober bereits angeschlagene linke Opposition noch weiter.

„Seine Hände waren überall“ 

Österreichischer Politiker tritt nach Belästigungsvorwürfen zurück

Erst kürzlich gründete der ehemalige Grünen-Abgeordnete Peter Pilz seine eigene Wahlpartei PILZ - doch nun musste der prominente Politiker nach Vorwürfen von sexueller Belästigung zurücktreten. 

Wien - Nach Belästigungsvorwürfen ist der österreichische Politiker Peter Pilz als Vorsitzender seiner jüngst gegründeten Partei zurückgetreten. Er habe immer für strenge Maßstäbe gekämpft und diese gälten auch für ihn selbst, erklärte Pilz am Samstag. Wenige Stunden zuvor hatte das Wochenmagazin "Falter" berichtet, Pilz habe 2013 eine junge Frau begrapscht. "Seine Händen waren überall", zitierte das Magazin die Frau. Demnach mussten zwei andere Veranstaltungsteilnehmer Pilz von ihr wegzerren. Der 63-jährige Politiker gab an, sich an den beschriebenen Vorfall im westösterreichischen Alpbach nicht erinnern zu können, die Vorwürfe aber "äußerst ernst" zu nehmen. 

Auf die zahlreichen Missbrauchsmeldungen der letzten Wochen folgten dutzende Rücktritte 

Trotz seines Rücktritts will er seine im Sommer gegründete Liste Pilz weiterhin beraten. Zuvor hatte bereits eine Grünen-Abgeordnete Pilz vorgeworfen, sie mehrfach begrapscht zu haben, als er noch Mitglied der Partei war. Diese Vorwürfe hatte er zurückgewiesen und angekündigt, gerichtlich dagegen vorzugehen. Im Jahr 1986 hatte Pilz die Grünen-Partei mitgegründet. Im Juli diesen Jahres gründete er dann seine eigene Liste, nachdem er mit den Grünen im Streit auseinandergegangen war. 

Die Pilz-Liste gewann bei der Parlamentswahl im Oktober vier Sitze im Parlament. Auslöser der jüngsten Debatte waren die Enthüllungen über den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein, der über mehrere Jahrzehnte dutzende Frauen sexuell belästigt haben soll. Seitdem greift der Skandal auf sämtliche Branchen und Länder über, immer mehr mutmaßliche Opfer sexueller Belästigung melden sich zu Wort. In Großbritannien war Verteidigungsminister Michael Fallon am Mittwoch wegen eines Belästigungsvorwurfs zurückgetreten.

AFP

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