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Sebastian Kurz, Österreichs Außenminister, soll die ÖVP anführen.

„Zentrale Rolle in der Partei“

ÖVP will Kurz an die Spitze holen

Alpbach/Tirol – Österreich steuert offenbar auf Neuwahlen und eine zentrale Rolle für den derzeitigen Außenminister Sebastian Kurz zu. Das wurde am Rande der Landeshauptleute-Konferenz im Bergdorf Alpbach bekannt. 

Tirols Landeshauptmann Günther Platter, der noch im Bann des Rücktritts von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) stand, teilte in einer mit seinen Amtskollegen aus der Volkspartei abgestimmten Stellungnahme bekannt, dass „Kurz eine zentrale Rolle in der Partei spielen solle“.

Welche das sei, werde man am Sonntag in den Gremien beraten. Von den neun Landeshauptmännern, die derzeit in Alpbach sind, sind sechs von der konservativen ÖVP. Landesweit mehren sich in der Partei die Stimmen für ein Ende der Regierung. ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm und Burgenlands Landesobmann Thomas Steiner sprachen sich für vorgezogene Neuwahlen aus.

SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern hingegen plädiert für eine Fortsetzung der Regierungsarbeit und startete am Donnerstag Gespräche mit der Opposition. Einzig der Hoffnungsträger der ÖVP, Minister Kurz, hält sich weiterhin bedeckt und lässt keine Interviews mit den Medien zu. Günther Platter betonte, man sei der Ansicht, dass „die Menschen von Streit und Attacken und auch von dieser Regierung die Nase voll“ hätten. Das Angebot von Kern, mit Kurz eine Reformpartnerschaft einzugehen, wurde von den Landeshauptleuten zurückgewiesen. Es handle sich „um keine ehrliche Reformpartnerschaft“.

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz zu Gast beim Münchner Merkur

Sollte Sebastian Kurz Vizekanzler werden, dürfte er eine Neugründung der ÖVP mit weitreichenden Durchgriffsrechten des Chefs vollziehen. Am Ende könnte eine moderne Wählerbewegung stehen.

Sebastian Kurz ist ein Mann klarer Worte. Mit dem Münchner Merkur sprach er über Syrien, die Flüchtlingsdebatte und den EU-Beitritt der Türkei.

Judith Grohmann

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