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Özdemir sieht großes Interesse an Cannabis-Legalisierung: „Bäuerinnen und Bauern stehen in den Startlöchern“

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Cem Özdemir, (Bündnis 90/Die Grünen) Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft.
Cem Özdemir, (Bündnis 90/Die Grünen) Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. © Kay Nietfeld/dpa

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir ist sicher, dass viele Bäuerinnen und Bauern bereitstehen, Cannabis anzubauen. Die Legalisierung verteidigt er.

Berlin - Der neue Bundesagrarminister Cem Özdemir sieht bei Landwirten in Deutschland ein großes Interesse an der Legalisierung von Cannabis. „Viele Bäuerinnen und Bauern stehen in den Startlöchern, um Hanf anzubauen“, sagte der Grünen-Politiker der Bild am Sonntag. Dann fuhr er mit einem Seitenhieb gegen die 16 Jahre lang regierende CDU fort: „Sobald der Bundestag das Gesetz des Gesundheitsministers verabschiedet hat, wird die Landwirtschaft auch diese Nutzpflanzen anbauen. Die CDU kann es uns ja nun nicht mehr verbieten.“

Cannabis-Legalisierung: Özdemir verteidigt Ampel-Vorhaben

Die Ampel-Koalition plant eine „kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften“. Dadurch würden „die Qualität kontrolliert, die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet“, heißt es im Koalitionsvertrag. Der Anbau von Hanfpflanzen ist bislang für medizinische Zwecke erlaubt. Kritik an den Legalisierungsplänen der bislang als illegale Droge eingestuften, aber in weiten Bevölkerungsteilen dennoch konsumierten Substanz wies Özdemir zurück. „Niemand soll sich die Birne wegkiffen, aber ich freue mich, dass der Irrsinn des Cannabis-Verbots endlich endet“, sagte er der Zeitung.

Wer bei einem illegalen Dealer kaufe, wüsste nicht, was enthalten sei und womöglich Nebenwirkungen habe. „Eine Legalisierung, wie wir sie jetzt planen, stärkt also den Jugend- und Verbraucherschutz - und er entlastet unsere Polizei, die sich auf den Schwarzmarkt mit harten Drogen konzentrieren kann“, argumentierte er. Die Polizeigewerkschaften haben sich in der Vergangenheit skeptisch dazu geäußert. Auch die Unionsparteien sind strikt gegen Cannabis an der Ladentheke und verweisen auf Risiken. (dpa)

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