„Kindeswohl muss Vorrang haben“

Offener Brief: Familienverbände wehren sich gegen Seehofers Ankerzentren

Der Ärger um die geplanten „Ankerzentren“ für Asylbewerber reißt nicht ab: Familienverbände bezweifeln dass diese ein passender Ort für Kinder sein werden.

Berlin - Mehr als 20 Familien- und Flüchtlingsverbände haben sich mit einem offenen Brief gegen die Pläne für sogenannte Ankerzentren gewandt. Sie halten die geplanten Einrichtungen für ungeeignet für Kinder und Familien.

Die Rechte von Kindern und Jugendlichen müssten in allen Verfahren berücksichtigt werden, teilte Meike Riebau, rechtspolitische Sprecherin der Kinderhilfsorganisation Save the Children Deutschland, am Samstag mit. Dazu gehöre der Besuch von Schulen und Kindergärten und eine Umgebung, in der Kinder sicher und gesund aufwachsen könnten. „Das Kindeswohl muss Vorrang vor sicherheitspolitischen Erwägungen haben“, sagte Riebau.

Länder sind noch nicht überzeugt - auch der Koalitionspartner ist skeptisch

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) plant die bundesweite Einführung von bis zu sechs Asyl- und Abschiebezentren für Asylbewerber in Deutschland spätestens ab September. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind bisher allerdings nur Bayern und Saarland zur Einrichtung solcher Zentren bereit.

Unter den 24 Unterzeichnern des Briefs an die Bundesministerien für Inneres und für Familie sowie an die Kommunen sind etwa die Verbände Pro Asyl, SOS Kinderdorf und das Deutsche Kinderhilfswerk.

Kurz zuvor hatte bereits SPD-Chefin Andrea Nahles Kritik an mangelnden Konzepten für die geplanten Ankerzentren geübt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Stefan Puchner

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