+
Größenwahnsinnige und "Volksverräter" bei einer "Widerstandsshow": Bei Pegida geht es hoch her. Foto: Arno Burgi

Festerling gegen Bachmann

Offener Streit bei der Pegida-Bewegung in Dresden

Bei Pegida in Dresden liegen die Nerven blank. Anhänger beschimpfen sich gegenseitig - sogar mit dem Wort "Volksverräter". Das Stammpublikum hält Pegida-Gründer Bachmann aber die Treue.

Dresden (dpa) - Die islam- und ausländerfeindliche Pegida-Bewegung treibt ihre eigene Spaltung voran. Am Montag präsentierten sich die selbsternannten "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" zerstritten.

Die ehemalige Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling hatte sich mit etwa 60 Gleichgesinnten auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof in Dresden eingefunden, um gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann zu protestieren. Anhänger beider Lager warfen sich vor, die Bewegung zu spalten. Auch persönliche Beschuldigungen und Beleidigungen waren zu hören. Widersachern wurden Schläge angedroht.

Bachmann stellte unter seinen Anhängern die Vertrauensfrage für sich und seinen Vize Siegfried Däbritz und erhielt von der Mehrheit der schätzungsweise gut 2500 Demonstranten lautstarken Beifall. Danach ließ er per Handabstimmung gleich noch klären, dass Festerling als Sprecherin der internationalen rechtspopulistischen Bewegung "Festung Europa" zurücktreten solle. Die ehemalige Hamburger AfD-Politikerin warf ihrem früheren Gesinnungsgenossen deshalb später vor, größenwahnsinnig zu sein. Bachmann wies erneut den Vorwurf zurück, Pegida-Spendengelder veruntreut zu haben.

Schon im Vorfeld der Kundgebung war es zum verbalen Schlagabtausch zwischen Anhängern von Bachmann und Festerling gekommen. Selbst das Wort "Volksverräter" machte in den vormals geeinten Reihen die Runde. Es wird sonst bei Pegida für Politiker verwendet. Festerling stellte die Form des Pegida-Protestes in Frage. Bachmann liefere jeden Montag eine "Widerstandsshow": "Das ist ein montägliches Party-Event - das hat mit Widerstand nichts mehr zu tun." Deshalb versuche sie, jetzt "zu retten, was zu retten ist".

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Pentagon-Chef unterstreicht Vebundenheit mit Nato
Vor seiner Amtsübernahme stellte US-Präsident Donald Trump die Nato infrage. Sein Verteidigungsminister zieht das schnell grade.
Pentagon-Chef unterstreicht Vebundenheit mit Nato
Flüchtlinge sehnen sich nach "echten sozialen Kontakten"
München - Was brennt Flüchtlingen in Deutschland auf der Seele? Das sollten die Forscher der Robert-Bosch-Stiftung herausfinden. Ein Ergebnis: Viele Flüchtlinge …
Flüchtlinge sehnen sich nach "echten sozialen Kontakten"
Seehofer wird Wahlkämpfer in Nordrhein-Westfalen
München - Obwohl es zwischen CDU und CSU in der Flüchtlingspolitik häufig klemmt, holt der Chef der NRW-CDU, Armin Laschet, den bayerischen Ministerpräsidenten als …
Seehofer wird Wahlkämpfer in Nordrhein-Westfalen
"Bild": BKA warnt vor möglichen Anschlägen mit Chemikalien
Berlin (dpa) - Bundesregierung und Bundeskriminalamt (BKA) warnen nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung vor der Gefahr von möglichen Terroranschlägen mit Chemikalien. …
"Bild": BKA warnt vor möglichen Anschlägen mit Chemikalien

Kommentare