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US-Bundesstaat Ohio: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

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USA, Cleveland: Die Rock and Roll Hall of Fame.
Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Ohio: Die Rock and Roll Hall of Fame. © picture alliance/dpa /Chris Melzer

Ohio – der US-Bundesstaat liegt an der Grenze zu Kanada. Seine Landschaft zeigt Spuren der Eiszeit und früher Kulturen. Ohio ist ein typischer Swing State.

Columbus – An der kanadischen Grenze liegt der US-Bundesstaat Ohio mit seiner Hauptstadt Columbus. Der Staat im Mittleren Westen hat eine Landschaft mit hohem geschichtlichem Wert. Zum Beispiel finden sich hier viele Spuren erster regionaler Kulturen wie Bodendenkmäler („Mounds“) präkolumbianischer Indianerstämme.

Heute machen die Indianer in Ohio nur noch 0,8 Prozent der Bevölkerung aus, während die meisten Einwohner Weiße sind. Die Bewohner Ohios profitieren von einer verlässlich starken Wirtschaft und zeigen ein wechselhaftes Wahlverhalten. Zuletzt haben sie die Republikaner gewählt.

Ohio – Gründung und Geschichte

Als die weißen Kolonialisten auf dem Gebiet des heutigen Ohio eintrafen, lebten dort mehrere Indianerstämme. Im 18. Jahrhundert etablierten die Franzosen einen kontrollierten Handel zwischen ihnen und den Europäern. Nach Ende des „Franzosen- und Indianerkrieges“ (1754 bis 1763) musste Frankreich das Gebiet an die Briten abtreten. Diese behielten es bis zum 04. Juli 1776, als die USA ihre Unabhängigkeit erklärten.

Die Gründung eines eigenständigen Staates fand schließlich 1803 statt – als US-Präsident Thomas Jefferson Ohio als 17. Bundesstaat in die USA aufnahm.

Im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) erlitt der strategisch wichtig gelegene Staat hohe Verluste: Historiker sprechen von rund 35.000 getöteten Bürgern Ohios.

Ohio: Geografie und Städte

Der US-Bundesstaat Ohio grenzt im Norden an Kanada. Die Grenze liegt im Eriesee, der zu den fünf größten Seen der USA gehört. In den anderen Himmelsrichtungen grenzen – von Osten nach Westen – die US-Staaten Pennsylvania, West-Virginia, Kentucky, Indiana und Michigan an.

Der Osten des US-Bundesstaates ist Teil des „Appalachen-Plateaus“, der Süden ist leicht hügelig. Eine Besonderheit zeigt sich im Westen: Hier hat die letzte Eiszeit sogenannte Grund- und Endmoränen als Erhebungen hinterlassen.

Ganz Ohio ist recht gleichmäßig mit Städten besiedelt. Diese sind die anhand der Einwohnerzahlen (Stand: US Census 2010) fünf größten:

Ohio: Bevölkerung und Wirtschaft

In dem US-Bundesstaat leben rund 11,69 Millionen Menschen (Stand: US Census 2019). Die Mehrzahl der Bevölkerung in Ohio sind Weiße. 25,7 Prozent der Einwohner haben deutsche Wurzeln – sie prägten die Kultur des Bundesstaats stark. Der Name „German Village“ eines Stadtteils von Columbus kommt also nicht von ungefähr. Gemäß US Census 2010 setzt sich die Bevölkerungsstruktur insgesamt wie folgt zusammen:

Die Wirtschaft in Ohio ist stark: 2016 war die Wirtschaftsleistung die siebt höchste der Vereinigten Staaten. Der ökonomische Schwerpunkt liegt dabei auf dem Sekundärsektor – mit beispielsweise Maschinenbau, Metallverarbeitung und Gummiprodukten. Ebenfalls relevant ist der Primärsektor, da Ohio zum „Corn Belt“ zählt – dieser besteht aus US-Regionen, die schon seit Langem überwiegend Mais anbauen. Ein weiteres ökonomisches Standbein Ohios ist die aufstrebende Tourismusbranche: Dank zahlreicher archäologischer Stätten, dem „Maumee Bay State Park“ und dem großen Freizeitpark „Cedar Point“.

Ohio: Das Wahlverhalten des Bundesstaates

Der Staat Ohio hat bislang acht US-Präsidenten bei den Wahlen hervorgebracht und teilt sich in diesem Punkt mit Virginia Platz eins. Ohio ist ein typischer „Swing State“ – es haben also beide Parteien ähnlich gute Chancen auf den Sieg. Seit dem 20. Jahrhundert hat es daher immer wieder Schwankungen bei den Ergebnissen der Präsidentschaftswahlen gegeben.

Ohio ist einer der meist umkämpften „Swing States“, da es über eine vergleichsweise hohe Anzahl von 18 Wahlmännern verfügt und so das Gesamtwahlergebnis maßgeblich beeinflussen kann. Im letzten Wahljahr lagen die Republikaner mit 51,69 Prozent der Stimmen knapp vorne. Auch dieses Jahr dürfte es in Ohio ein enges Rennen geben. Ob es schon vor der Wahl Tendenzen für einen der beiden Kandidaten gibt, erfahren Sie in unserem Artikel zu den aktuellen Umfragen.

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