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US-Bundesstaat Oklahoma: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

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 Ölpumpen auf einem Ölfeld bei Ponca City, Oklahoma, USA.
Bis heute profitiert Oklahoma von seinen natürlichen Ressourcen. © picture alliance / dpa / epa Larry W. Smith

Oklahoma liegt zentral im Herzen der USA. Bis 1907 war der heutige Bundesstaat ein unabhängiges Territorium der Ureinwohner. Heute leben Vertreter von 38 Stämmen im Staat.

Oklahoma City – An der Schnittstelle des Ozark Plateaus im Osten und der endlosen Weiten der Great Plains im Westen liegt einer der jüngsten und ungewöhnlichsten Bundesstaaten der USA: Oklahoma, das Territorium der Ureinwohner, die hier 8,7% der Bevölkerung ausmachen.

Die Geschichte von Oklahoma

1830 trat der „Indian Removal Act“ in Kraft, der die Zwangsumsiedlung von rund 60.000 amerikanischen Ureinwohnern der Stämme Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Muscogee und Seminole in das noch weitgehend unbesiedelte Gebiet des heutigen Oklahoma vorsah. Viele überlebten die langen Wanderungen ins neue Indian Territory nicht, die als „Trail of Tears“ in die Geschichte der USA eingingen.

1889 wurden große Flächen für weiße Siedler geöffnet. Weil viele schon frühzeitig über die Grenze stürmten, wurden sie „Sooners“ genannt und gaben Oklahoma seinen heutigen Spitznamen „The Sooner State“. Ende des 19. Jahrhunderts existierten das Oklahoma Territory und das Indian Territory nebeneinander, ehe sie 1907 zum neuen Bundesstaat zusammengeschlossen wurden. Mit der Gründung von Oklahoma ging das letzte unabhängige Territorium der Ureinwohner auf dem Gebiet der USA verloren.

Mit der Entdeckung von Öl setzte ein wahrer Ansturm neuer Siedler auf Oklahoma ein. Die heute zweitgrößte Stadt Tulsa rühmte sich lange Zeit als „Oil Capital of the World“. Hitzewellen und große Trockenheit führten zwischen 1930 und 1940 zur „Dust Bowl“ genannten landwirtschaftlichen Katastrophe, während derer rund 3,5 Millionen notleidende Menschen von den Great Plains nach Kalifornien auswanderten.

Oklahoma: Wirtschaft und große Städte

Bis heute profitiert Oklahoma von seinen natürlichen Ressourcen. Der Staat ist drittgrößter Gasproduzent und fünftgrößter Rohölproduzent der USA. Die Landwirtschaft (Viehzucht und Ackerbau), die Biotechnologie und die Luftfahrtindustrie spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für die Wirtschaft des Staates.

Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt ist Oklahoma City mit ca. 655.000 Einwohnern. 1995 war die Stadt weltweit in den Schlagzeilen, als der Terrorist Timothy McVeigh mit einer Bombe 168 Menschen tötete und über 680 verletzte.

Weitere größere Städte sind:

Oklahoma: Geografie und Bevölkerung

Der fruchtbare Nordosten von Oklahoma hat große Bedeutung für die Landwirtschaft. Die Ausläufer des Ozark Plateaus gehen in das zentrale Tiefland und die Great Plains über. Weitere Teile des Bundesstaates gehören zur Tornado Alley – dem Gebiet der USA, in dem sich besonders häufig Wirbelstürme bilden.

Zwei Drittel der Bevölkerung leben in den urbanisierten Regionen um Oklahoma City und Tulsa, ein weiteres Drittel verteilt sich auf ländliche Gebiete, die 98% des Bundesstaates ausmachen. Zu diesen gehören die semi-autonomen Territorien der Ureinwohner, darunter ca. 18.000 Quadratkilometer der Cherokee Nation und 28.000 Quadratkilometer der Choctaw Nation.

72% der Bevölkerung von Oklahoma bezeichnen sich selbst als weiß. Die Ureinwohner machen 8,7% aus, 7,4% sind Schwarze.

Oklahoma und die Wahlen

In den ersten Jahrzehnten nach der Gründung galt der Bundesstaat Oklahoma als Bastion der Demokraten. Dies änderte sich mit der „Southern Strategy“ des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Richard Nixon ab 1968. Seine „Law and Order“-Politik kam ebenso an wie die Ausrichtung auf die Wirtschaft. Bei den letzten Wahlen 2016 konnte Donald Trump 65% der Stimmen gewinnen, während seine Konkurrentin Hillary Clinton lediglich 29% erreichte.

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