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„Albtraum-Gegner“ Scholz - doch ausgerechnet ein Corona-Problem könnte Söder zum Sieger machen

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Von: Georg Anastasiadis

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CDU und CSU bringen eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz im Spiel, doch Olaf Scholz sagt nein. Der SPD-Kanzlerkandidat hat Recht, findet Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

München - SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz erweist sich für CDU und CSU immer mehr als der befürchtete Albtraum-Gegner. Kaum denken die Unionschefs Annegret Kramp-Karrenbauer und Markus Söder laut über die Einführung einer generellen Maskenpflicht am Arbeitsplatz nach, bringt Scholz deren Versuchsballon auch schon zum Platzen. Das möge man doch bitteschön den Unternehmen je nach Arbeitsumgebung selbst überlassen, bescheidet (ausgerechnet) der Sozi die übereifrigen Unionsgranden, zur Freude der Arbeitgeber. Touché.

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Georg Anastasiadis © Marcus Schlaf

Scholz hat das Gespür für die Menschen, das seiner Partei seit Jahren so schmerzlich abgeht

Scholz hat das Gespür für die Menschen, das seiner Partei seit Jahren so schmerzlich abgeht. Und er nutzt das Machtvakuum in der Union, deren Spitzen sich noch bis März verbissen aneinander abarbeiten wollen. Dann erst, so sieht es der Fahrplan vor, soll über den gemeinsamen Kanzlerkandidaten entschieden werden. Das wäre der Fahrplan direkt in den Abgrund.

Ausgerechnet das Coronavirus könnte der Christen-Union am Rande des Nervenzusammenbruchs jetzt aber einen Ausweg aus ihrem Dilemma weisen. Was, wenn das Fortschreiten der Pandemie einen CDU-Parteitag mitsamt Vorsitzendenwahl im Dezember unmöglich macht? Dann bliebe Annegret Kramp-Karrenbauer erst mal Vorsitzende, die Thronaspiranten Armin Laschet und Friedrich Merz wären ohne Gesichtsverlust aus dem Spiel – und der Weg für Markus Söder zur Kanzlerkandidatur endlich frei. Klingt nach einem guten Plan durch die Coronakrise. Und das ganz ohne Maskenpflicht.

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