Olaf Scholz (SPD)
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Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). (Archivfoto)

Beraterkosten um 600 Prozent gestiegen

Kostenexplosion im Finanzministerium von Kanzler-Kandidat Scholz: Externer Berater kassierte über 600.000 Euro

Um 600 Prozent sind die Beraterkosten des Finanzministeriums von 2015 bis 2019 gestiegen. Es geht um astronomische Summen - teilweise mehr als eine halbe Million Euro pro Berater.

München - Berater liegen im Trend - doch geschultes Know-How von außen ist nicht billig. Dies gilt ganz besonders für die Bundesregierung und im Speziellen für das Finanzministerium von Olaf Scholz (SPD). Wie der Tagesspiegel berichtet, hat dort beispielsweise ein Projektleiter von 2018 bis 2019 646.000 Euro verdient und damit weit mehr als Kanzlerin Angela Merkel (250.000 Euro Jahresgehalt).

Horrende Beraterhonorare: 90 Prozent gehen an IT-Berater

Von 2015 bis 2019 sind die Kosten des Ministeriums für Berater von 5,3 Millionen auf 30,4 Millionen Euro gestiegen, was einen Sprung um 600 Prozent bedeutet. Interessant: 90 Prozent dieser Ausgaben gehen an IT-Berater!

Dem Blatt liegt ein Bericht vor, in dem von 63 Millionen Euro Beraterausgaben für alle Ressorts des Bundes die Rede ist, was bis zum Jahr 2017 auf 248 Millionen gewachsen ist. Im Finanzministerium allein wurden im ersten Halbjahr 2020 sagenhafte 186,1 Millionen für Berater ausgegeben.

Transparency Deutschland sieht kein Problem - Kritik von den Grünen

Der Einsatz von Beratern gilt als umstritten, doch Transparency Deutschland sieht diesen als unproblematisch an - ein Blick von außen in die staatliche Bürokratie sei hilfreich. Aber, wie Senior Advisor Peter Conze betont: „Das Ansteigen der Beraterkosten in einem Ministerium, das über Hunderte von hochqualifizierten Beamten verfügt, ist in dieser Höhe sehr überraschend und zu hinterfragen.“

Kritik gibt es auch von den Grünen. So sagte Sven-Christian Kindler, hauspolitischer Sprecher der Fraktion des Bündnisses, dem Tagesspiegel: „Bei allen Schwierigkeiten immer nur für viel Geld neue private Beratungsunternehmen zu engagieren, ist kein verantwortlicher Umgang mit den Steuergeldern der Bürgerinnen und Bürger.“

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