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Scholz auf US-Reise: Foto sorgt für Wirbel - „Busfahrer stellt sich der Seniorenreisegruppe vor“

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Von: Cindy Boden

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Olaf Scholz spielt SingStar? Der Kanzler leitet eine Reisetour? Auf Twitter kursieren verrückte Kommentare zu einem Foto des Kanzlers aus dem Flieger auf seiner Reise in die USA.

Berlin/Washington D.C. - Hat Olaf Scholz das geschickt eingefädelt oder war es Zufall? Egal wie die Antwort lautet, der SPD-Kanzler hat es geschafft, dass über seine USA-Reise auch Menschen sprechen, die sich womöglich sonst nicht so für Politik begeistern können. Denn sein Outfit ging viral.

Fotos eines Hintergrundgesprächs mit Journalisten zeigen Scholz ganz leger im Flugzeug nach Washington: grauer, weiter Pullover, darunter ein schwarzes T-Shirt. Kein Anzug, keine Krawatte. Dafür ein Schmunzeln des Kanzlers und ein Mikro in der Hand. Das sorgte für viel Gesprächsstoff auf Twitter - aber auch Spott.

Kanzler Scholz trägt grauen Pullover: „Unsere Kaffeefahrt durch die Fränkische Schweiz“

„Der Busfahrer stellt sich der Seniorenreisegruppe vor“, kommentierte jemand die Bilder. „Hallo. Mein Name ist Olaf. Ich darf Sie heute ganz herzlich auf unserer Kaffeefahrt durch die Fränkische Schweiz begrüßen. Nach unserem Mittagessen im Gasthaus ‚Zum Rotem Hirsch‘ stellen wir Ihnen gerne unser Sortiment an Kochtöpfen, Bettwäsche und Heizdecken vor“, schrieb ein anderer Nutzer.

Vergleiche zu SingStar-Abenden mit Freunden, Til Schweiger und dem „Baumarkt-Look“ sind ebenfalls mehrfach im Netz zu finden. Sogar die SPD-Bundestagsfraktion stimmt mit einem Tweet ein: „If you‘re going to Washington D.C. Be sure to wear some pulli in the air“, twitterte sie. Eine Anlehnung an den Pop-Klassiker „San Francisco“ von Scott McKenzie.

(Olaf Scholz und die Ampel vor großen Aufgaben - was SPD, Grüne und FDP planen, erfahren Sie  in unserem Politik-Newsletter.)

Scholz trägt Pulli - andere Politiker auch? Kanzler verwundert nicht das erste Mal

Der Flug von Berlin nach Washington ist lang, fast zehn Stunden dauerte es für Scholz und die Journalisten. Etwas Bequemes tragen zu wollen ist da durchaus verständlich - und auch keine Seltenheit, wie in der Twitter-Diskussion klar wird. „Passiert übrigens ständig, dass Regierungsmitglieder bei längeren Flügen Freizeitklamotten tragen und sich dann kurz vor der Landung umziehen. Dafür gibt‘s in der Regierungsmaschine Platz und Räume. Aber ich will nicht vom konstruktiven Diskurs ablenken“, meint etwa ein Korrespondent der Stuttgarter Zeitung.

Von Scholz ist ein solcher Look auch schon bekannt, wie ein anderer Tweet zeigt:

Scholz irritiert mit Pulli im Flieger: „Früher war nicht alles besser, aber manches schon“

Auf solchen Reisen ist die Kleiderordnung also etwas anders als in der Öffentlichkeit. Auch frühere Kanzler präsentierten sich legerer der Presse gegenüber, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Ein User, der in seiner Twitter-Biografie auch Bezug zur CDU nimmt, postet zur aktuellen Scholz-Debatte jedoch: „Früher war nicht alles besser, aber manches schon“, dazu mehrere Fotos früherer Kanzler.

Bleibt die Frage, warum sich Politiker so zeigen. Natürlich kann der Wohlfühlmoment ein Hintergrund sein. Denkbar ist aber auch, dass Scholz auf derartige Reaktionen gehofft hat. Um den Kanzler war es vor der Reise recht ruhig - was viele kritisierten. In einem legeren Outfit strahlt ein Kanzler auch Bodenständigkeit aus. Keine schlechte Eigenschaft, wenn es um das Lösen großer Weltkrisen wie den Ukraine-Konflikt geht.

Während manche derweil bereits versuchten, die Marke des Pullis herauszufinden - auch weil das Kleidungsteil bei manchen doch den Eindruck erweckte, dass es bequem sein könnte - hält ein Spiegel-Journalist noch fest: „Wenn Olaf Scholz das mit dem grauen Schlabberpulli auch im Oval Office und bei CNN durchzieht, könnte das Deutschlands Bild in der Welt auf Generationen hin prägen.“

Scholz bei Biden in den USA: Suche nach einer Lösung im Ukraine-Konflikt

Kanzler Olaf Scholz (l.) und US-Präsident Joe Biden bei ihrer Pressekonferenz
Kanzler Olaf Scholz (l.) und US-Präsident Joe Biden bei ihrer Pressekonferenz © Leigh Vogel/Zuma Wire/Imago

Im Weißen Haus neben US-Präsident Joe Biden trat Scholz dann aber im Anzug auf, auch mit Krawatte. Die klare Ansage bezüglich der Pipeline Nord Stream 2 blieb dennoch aus. Deutliche Worte fand Scholz eher im Bezug auf Ex-Kanzler Schröder. Ob das aber die Nachricht von dem Treffen ist, die sich Scholz erhoffte, darf bezweifelt werden. Schon am Dienstagabend (8. Februar) stehen für den SPD-Politiker weitere wichtige Ukraine-Gespräche an - vor die Presse wird er da wohl ganz förmlich treten. (cibo)

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