Olaf Scholz, Kanzlerkandidat der SPD, läuft mit Jacke in der Hand zu einem Pressetermin.
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Olaf Scholz, Kanzlerkandidat der SPD: Was kostet Benzin? (Archivbild)

Nicht nur er kommt ins Schlingern

„Gehe selbst nicht tanken“: Scholz geht mit Benzinpreis-Bekenntnis baden

  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
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Wenn Preise teurer werden, wird es schnell hitzig. Beim Benzinpreis ist das der Fall. Olaf Scholz zog nun Kritik auf sich, weil er keine genauen Werte nennen konnte. Andere aber auch nicht.

Berlin - Was kostet Sprit künftig in Deutschland? Diese Frage wird im Wahlkampf der Bundestagswahl* bereits heftig zwischen den Parteien diskutiert. Anfang Juni entbrannte eine Debatte um die Zahl 16 Cent. Um diesen Betrag wollen die Grünen* den Preis steigern. Entrüstung von den anderen Parteien. Dabei hat auch die Koalition Maßnahmen beschlossen, sodass der Preis demnächst höher wird. Denn der CO2-Preis entscheidet mit über die weitere Benzinpreis-Höhe. Die zentrale Frage ist, wie schnell die Kosten in Höhe gehen werden.

SPD-Kanzlerkandidat Scholz geht nicht selbst tanken - und kennt den Benzinpreis nicht

Für SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz* wurde die Preis-Debatte nun noch einmal haarig. In dem Bild-Format „Die richtigen Frage“ wurde er nach dem aktuellen Benzinpreis gefragt. Doch diesen konnte er nicht nennen. Dafür rechtfertigte er sich mit zwei Begründungen. „Ich gehe nicht selbst tanken“, sagte er zum einen. Denn: „Ich richte mich nach der Empfehlung, aus Sicherheitsgründen mein Auto nicht selbst zu fahren. Und das ist auch eines, das ich nur schwer bewegen könnte, weil es auch ganz besonders schwer ist“, grinste Scholz.

Und: „Ich weiß nicht ganz konkret immer, wo die Benzinpreise sind, weil ich ja nicht jeden Tag darauf gucke. Und ich habe ja auch ein ganz ordentliches Einkommen, deshalb gehöre ich nicht zu den Leuten, die ganz genau bei jedem Preis hingucken. Da könnte ich Ihnen auch nicht viele Preise konkret sagen.“ Kritik beispielsweise auf Twitter folgte schnell.

Auch Laschet kommt ins Schlingern beim Benzinpreis - Söder kann wegen passenden SMS aushelfen

Ein paar Tage zuvor stellte sich Scholz aber an die Seite wütender Bürger: „Wer jetzt einfach immer weiter an der Spritpreisschraube dreht, der zeigt, wie egal ihm die Nöte der Bürgerinnen und Bürger sind.“ Ein immer höherer CO2-Preis sorge „für mehr Frust“. Auch Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet* bezog diesen Monat Stellung zum Benzinpreis: „Wer auf dem Land lebt und auf das Auto angewiesen ist, um zur Arbeit zu kommen, darf keinen Nachteil erleiden.“ Wenn der Benzinpreis durch die CO2-Bepreisung steige, müssten Mehrkosten dann durch eine höhere Pendlerpauschale ausgeglichen werden.

Doch auch Laschet kam am Montag beim Preis-Thema ins Schlingern, als er bei der Vorstellung des Unions-Wahlprogramms danach gefragt wurde. „Ich fahre noch selbst und verfolge das immer. Ich kann Ihnen jetzt nicht den Tagescent… das schwankt ja auch an vielen Tankstellen“, weicht er zuerst genauen Werten aus. Für den Liter Dieses legt er sich dann auf rund 1,30 Euro fest. Diese Chance nutzt Kanzlerkandidaten-Konkurrent Markus Söder* (CSU) direkt und berichtigt: „Er liegt bei 1,55 bei Benzin und 1,25 bei Diesel“, hält der Parteichef fest. „Hast du das vorher nachgeschaut?“, ist Laschet gedämpft zu hören. Und tatsächlich habe Söder die Antwort nur parat gehabt, weil er vorher eine SMS zu dem Thema erhalten habe. (cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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