Der Landtagsabgeordnete Oliver Kirchner (AfD)
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Der Landtagsabgeordnete Oliver Kirchner (AfD)

AfD-Spitzenkandidat

Oliver Kirchner: Karriere, Ehefrau und Kinder des AfD-Politikers

Oliver Kirchner soll die AfD bei der Landtagswahl im Juni 2021 abermals als stärkste Oppositionspartei verteidigen.

Magdeburg – Der AfD-Politiker Oliver Kirchner (*04.05.1966) wurde in Magdeburg geboren und absolvierte nach Beendigung der Schullaufbahn eine Lehre als Kfz-Mechaniker. Nach der Wende 1991 ließ sich Oliver Kirchner zum Karosseriebaumechaniker weiterbilden. In diesem Beruf arbeitete er einige Jahre bis Ende der 90er abermals eine Weiterbildung im kaufmännischen Bereich erfolgte. So beendete Oliver Kirchner 1996 seine Ausbildung zum Automobilkaufmann und machte sich 1999 schließlich mit einem Gebrauchtwagenhandel in Magdeburg selbstständig. Oliver Kirchner ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Bei den kommenden Wahlen in Sachsen-Anhalt tritt Kirchner als Spitzenkandidat der AfD an.

Oliver Kirchner Positionen in der AfD

Oliver Kirchners politische Karriere startete erst im Jahr 2014 mit Eintritt in die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuften Partei Alternative für Deutschland. Innerhalb der rechten Partei hat Kirchner heute „rechtsaußen“ Position bezogen. Im Jahr 2015, nur ein Jahr nach Parteieintritt, unterzeichnete der AfD-Politiker Kirchner die sogenannte „Erfurter Resolution“, die vor allem durch eine völkisch-nationalistische Gesinnung geprägt ist. Als einer der Initiatoren des Positionspapiers gelten maßgeblich Björn Höcke, (*01.04.1972) rechtsextremer AfD-Politiker aus Thüringen, sowie André Poggenburg (*12.03.1975) aus Sachsen-Anhalt. Beide Politiker gehörten zum sogenannten „Flügel“ der AfD.

Mit dem Begriff „Flügel“ wurden vor allem AfD-Mitglieder bezeichnet, die sich in Richtung Rechtsextremismus bewegten. So verwundert es nicht, dass der Flügel seit 2020 aktiv vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Im Jahr 2018 äußerte Kirchner mehrfach den Wunsch, bei den nächsten Wahlen eine Achse mit der CDU zu formieren. Dieser Plan scheiterte jedoch an massiven Widerstand innerhalb der Union.

Oliver Kirchner zur Beobachtung durch den Verfassungsschutz

Anfang des Jahres 2021 wurde der gesamte Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz unter Beobachtung gestellt. Einzelne Politiker der AfD können somit nun geheimdienstlich überwacht werden. Oliver Kirchner, Fraktionschef der AfD, warf daraufhin dem Land Sachsen-Anhalt vor, dass die derzeitige Landesregierung eine Schwächung der AfD plane. So sei eine Beobachtung nicht nachvollziehbar und absolut unbegründet. In einem Interview äußerste Kircher den Satz „Ich kenne keinen bei uns, der eine kriminelle Vereinigung gründen und das System stürzen will“.

Oliver Kirchners Stationen innerhalb der Partei:

  • 2014 Eintritt in die AfD, Beisitzer im Kreisverband Magdeburg
  • Seit 2015 Stellvertretender Vorsitzender im Kreisverband der AfD in Magdeburg
  • Zwischen 2016 und 2018 1. Stellvertretender Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag von Magdeburg
  • Von 2016 bis 2018 Sprecher für Arbeit und Soziales, Mitglied in mehreren Ausschüssen und im Ältestenrat
  • Seit 2018 AfD-Fraktionsvorsitzender im Landtag Sachsen-Anhalt

Oliver Kirchner als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt

Auf einem Parteitag der AfD am 20. Dezember 2020 wurde Oliver Kirchner von den dort anwesenden Delegierten als Spitzenkandidat für die kommende Landtagswahl im Juni 2021 gewählt. Oliver Kirchner erhielt auf dem Parteitag, der auf dem Messegelände in Magdeburg stattfand, 361 der 416 abgegebenen Stimmen.

In Prozentpunkten kam Kirchner somit auf ein Ergebnis von 87 Prozent der Stimmen. Ein potenzieller Gegenkandidat wurde von der AfD in Sachsen-Anhalt nicht aufgestellt. Das Messegelände Magdeburg liegt auf Google Maps direkt an der Elbe.

Trotz der Corona-Pandemie waren auf dem Parteitag über 400 AfD-Mitglieder versammelt. Auf dem Parteitag unterstrich Kirchner nochmals seine politischen Ansichten. So sei es das Ziel der AfD, alle ausreisepflichtigen Ausländer abzuschieben und einen stärken Fokus auf die deutschen Familien zu legen.

Oliver Kirchner fragwürdige Äußerungen in den sozialen Medien

Oliver Kirchner ist rege in den sozialen Medien aktiv und fiel dort auch mehrfach durch provokante Äußerungen auf. Auf der Onlineplattform Facebook verlinkte Kirchner seine eigenen Redebeiträge in extrem rechtsgerichteten Gruppen, in denen andere Mitglieder unter anderem den Holocaust leugneten. Nach eigenen Äußerungen jedoch nutzt Kirchner Facebook oder auch Twitter nur dafür, um Reichweite für die AfD zu erzielen.

Oftmals dreht es sich bei den Postings um Themen zu Migration, Flüchtlingspolitik sowie eine von Kirchner geforderte „Re-Migration“ in die Heimatländer der nach Deutschland Geflüchteten. Für seine Äußerungen auf Twitter oder auch Facebook wurde Kirchner parteiübergreifend sowie auch von den Medien mehrfach stark kritisiert.

Oliver Kirchner Positionen zur Sozial und Familienpolitik

Auch in der Familienpolitik hat der AfD-Politiker mehrfach auf sich aufmerksam gemacht. Er äußerte mehrfach, dass zuerst „die Deutschen“ in Arbeit gebracht werden müssten, dazu sei man „dem deutschen Volk hier verpflichtet“.

Von der Opposition wurde Kirchner hierfür scharf kritisiert, so versuche er jedes sozialpolitische Thema mit der Flüchtlingsthematik zu verbinden. Kirchner selbst sieht seine Position jedoch ganz anders. So verwundert es nicht, dass der AfD-Politiker getätigte Äußerungen im Nachhinein immer wieder relativierte.

Oliver Kirchner und Ansichten zur Wirtschaft und Gesellschaft

Die AfD in Sachsen-Anhalt unter der Leitung von Oliver Kirchner fordert, dass die derzeitige Wirtschaft und Umweltpolitik maßgeblich verändert werden müsse. Ginge es nach der AfD, sollten im Flächenland Sachsen-Anhalt keine Windräder mehr genehmigt werden. Bezüglich der Landwirtschaft äußerte die AfD, dass vor allem nationale Interessen mehr in den Vordergrund gerückt werden sollten. Auch der konventionell betriebene Anbau ist nach Auffassung der AfD stärker zu fördern.

Oliver Kirchner und Umgang mit der Corona-Pandemie

Bezüglich der derzeitigen Corona-Einschränkungen teilt Oliver Kirchner die interne Parteiansicht, dass die derzeitig geltenden Beschränkungen schnellstmöglich zurückgenommen werden müssen. Kirchner und die AfD rechtfertigen ihre Positionen mit teils widersprüchlichen Aussagen. So sei Corona kein Killervirus, sondern eher eine ausgeprägte und langanhaltende Grippewelle. Mehrfach unterstützte Kirchner auch die These, dass Schnelltests mit in die Infektionsstatistik einfließen und die Zahl der Infektionen somit künstlich in die Höhe getrieben würde.

Bezüglich der Überlastung des deutschen Gesundheitswesens kommt die Partei zu unterschiedlichen Aussagen. So wurde behauptet, die durch Corona bedingte starke Auslastung sei nur eine Hypothese. Später revidierte die AfD diese Ansicht. Um das Problem zu lösen, fordert die AfD im Wahlprogramm Fachpersonal angemessenem zu bezahlen. Im Osten sollten die Löhne auf ein westliches Niveau angehoben werden. Auf die Problematik des Personalmangels im Gesundheitswesen geht die Partei jedoch nicht ein.

Oliver Kirchners Privatleben

Oliver Kirchner schlug erst recht spät eine politische Laufbahn ein und war vorher hauptsächlich als selbstständiger Kaufmann im Automobilhandel tätig. Kirchner lebt seit seiner Geburt in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, Magdeburg. Zu Oliver Kirchners privaten Interessen ist jedoch wenig bekannt. Sein politisches Engagement begründete er mehrfach indirekt mit der „Flüchtlingswelle“ 2015.

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