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Martin Schulz und Kevin Kühnert beim Bundesparteitag der SPD

Omen für den Koalitions-Entscheid?

Heftiges Umfrage-Ergebnis: SPD will lieber Kühnert statt Schulz als Chef

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Die SPD sucht nach ihrem Profil - und einem passenden Weg in der GroKo-Frage. Eine Umfrage unter SPD-Mitgliedern zeigt nun ein spannendes Ergebnis.

Update vom 26. Januar 2018: Die Groko-Verhandlungen zwischen CDU, CSU und SPD haben endlich begonnen. In unserem News-Ticker werden Sie mit allen Infos rund um die Regierungs-Verhandlungen versorgt.

Berlin - Am Sonntag hatten Martin Schulz und die GroKo-Befürworter beim SPD-Parteitag noch die Oberhand behalten - die Delegierten gaben grünes Licht für Koalitionsverhandlungen. In der Gunst der SPD-Mitglieder ist Schulz durch den knappen Sieg allerdings offenbar nicht gestiegen. Eine Umfrage zu den Präferenzen der SPD-Mitglieder in Sachen Parteioberhaupt hat nun jedenfalls ein interessantes Ergebnis zutage gefördert.

Bei der Befragung des Instituts Emnid im Auftrag der Welt kassierte Martin Schulz ein verheerendes Ergebnis. Besonders bemerkenswert: In der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage landete der SPD-Chef ausgerechnet hinter dem erklärten GroKo-Gegner und Juso-Chef Kevin Kühnert. 15 Prozent der befragten SPD-Mitglieder erklärten, Kühnert sei derzeit am besten als Parteivorsitzender geeignet. Nur 11 Prozent sprachen sich für Schulz aus.

Sigmar Gabriel wieder ganz hoch im Kurs

Um ein Omen für den nahenden Mitglieder-Entscheid über einen möglichen Koalitionsvertrag handelt es sich allerdings nicht zwingend. Denn zwei andere SPD-Politiker schnitten noch besser ab. Fraktionschefin Andrea Nahles landete nach ihrer flammenden Parteitags-Rede als Favoritin von 16 Prozent der Befragten knapp vor Kühnert. Nahles gilt für einige Beobachter ohnehin als kommende Strippenzieherin in der SPD.

Ein weiterer erhielt in der Welt-Umfrage sogar mehr „Stimmen“ als die drei Genannten zusammen. Just Sigmar Gabriel, erst im März 2017 von Schulz als Parteichef abgelöst, scheint wieder der absolute Favorit der SPD-Parteigänger für den Posten als Vorsitzender zu sein. Satte 43 Prozent der Befragten erklärte, Gabriel sei der geeignetste Kandidat.

Aus dem Schatten zurück in den Fokus: Sigmar Gabriel steht bei den SPD-Mitgliedern offenbar wieder hoch im Kurs

Lesen Sie auch: Schulz vor der Ablösung? Das sagt Juso-Rebell Kühnert bei Lanz.

Ex-Parteichef und Außenminister Gabriel hatte sich nach Schulz‘ Amtsübernahme betont zurückgehalten, sich dann aber mit klaren außenpolitischen Positionierungen wieder ins Gespräch gebracht. Augenscheinlich steigt sein Einfluss in der Partei wieder: Bei den Sondierungen hatte Gabriel im Verhandlungs-Team der SPD gefehlt - bei den am Freitag startenden Koalitionsverhandlungen soll er wieder mit am Tisch sitzen. 

Minister oder nicht? SPD debattiert über Schulz

In der SPD-Führung bahnt sich unterdessen eine Diskussion darüber an, ob Parteichef Martin Schulz bei einer Regierungsbildung mit der Union einen Posten im Kabinett übernehmen soll. „Das ist eine Frage, die wir auch beraten werden“, sagte der Bremer Regierungschef Carsten Sieling am Donnerstag vor dem Treffen der Parteiführung in Berlin auf eine entsprechende Frage. „Mir ist wichtig, dass die Partei stark und möglichst autonom ist. Das gilt sicherlich auch für den Vorsitzenden oder wäre sehr gut jedenfalls für ihn“, fügte er hinzu.

Bei einem Eintritt in die Regierung unter Führung Merkels wäre Schulz in die Kabinettsdisziplin eingebunden. Deswegen hatte er als Kanzlerkandidat keinen Kabinettsposten übernommen. Nach der Bundestagswahl hatte Schulz erklärt, dass er nicht in ein Kabinett Merkels eintreten werde. Nach Abschluss der Sondierungsgespräche schloss er das auf Nachfragen aber nicht mehr ausdrücklich aus.

Zuletzt schwieg Schulz zu der entscheidenden Personalfrage. Auch deshalb wird mittlerweile offen über mögliche andere Kandidaten für den Posten als Vizekanzler spekuliert - unerwartete Lösungen nicht ausgeschlossen.

Alle Neuigkeiten zu den Koalitionsverhandlungen finden Sie in unserem News-Ticker.

fn/dpa

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