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Beschluss bei MPK erwartet: Lauterbach plant neue Regelung für PCR-Tests

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Von: Kai Hartwig

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Gesundheitsminister Lauterbach spricht bei der Bundespressekonferenz
Gesundheitsminister Lauterbach plant eine Priorisierung bei PCR-Tests. © Kay Nietfeld/dpa

Der PCR-Test ist im Kampf gegen die Omikron-Welle ein wichtiger Faktor. Und droht schon bald knapp zu werden. Gesundheitsminister Lauterbach reagiert.

Update vom 20. Januar, 6.40 Uhr: Gesundheitsminister Karl Lauterbach will am Wochenende eine Verordnung zur Priorisierung der Auswertung von PCR-Tests vorlegen. „Wir brauchen gute Test-Regeln, dass wir die PCR-Tests in der Regel für diejenigen verwenden, wo wir ganz sicher sein müssen, die sind entweder krank oder die sind wieder gesund. Dafür kommt die Verordnung am Wochenende“, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Beschäftigte in sensiblen Gesundheitseinrichtungen sollen dann etwa bevorzugt zum Zuge kommen. Die Beschlussvorlage soll laut Lauterbach bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Montag beschlossen werden. Die Bild berichtete bereits über einen Referentenentwurf (siehe Erstmeldung).

„Ganz klar ist, dass hier die Krankenhausbeschäftigten, die Pflegebeschäftigten, die Menschen der Eingliederungshilfe, der Behindertenpflege, dass die besonders berücksichtigt werden müssen“, sagte Lauterbach. Insbesondere müsse zudem sichergestellt werden, dass diejenigen, die aus Isolation zurückkehren, nicht mehr ansteckend seien.

Lauterbach-Plan soll PCR-Knappheit verhindern

Erstmeldung vom 19. Januar: Berlin – Am Mittwoch (19. Januar) knackte Deutschland eine unheimliche Marke. Erstmals wurden dem Robert Koch-Institut innerhalb von 24 Stunden mehr als 100.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Omikron-Welle hat die Bundesrepublik längst im Griff.

Um eine weitere, rasante Verbreitung des Virus zu verhindern, setzen Bund und Länder im Kampf gegen die Pandemie auf die Booster-Impfung – und auch auf flächendeckendes Testen. Doch die Labore und Gesundheitsämter geraten derzeit an ihre Kapazitätsgrenzen. PCR-Tests könnten schon bald ein rares Gut sein. Deshalb will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wohl die Notbremse ziehen. Und Prioritäten bei der Vergabe von PCR-Tests setzen.

PCR-Tests gegen Corona: Gesundheitsminister Lauterbach will Priorität für Ärzte und Pfleger

Laut einem Bericht der Bild existiert ein Referentenentwurf des Gesundheitsministeriums, wonach Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Krankenhäusern und Pflegeheimen bevorzugt getestet werden sollen. Man müsse „in medizinischen Laboren zur Aufrechterhaltung eines funktionsfähigen Gesundheits- und Pflegewesens eine vorrangige Befundung von Probenmaterial von Beschäftigten mit Kontakt zu besonders vulnerablen Personengruppen“ sicherstellen, wird aus dem Entwurf zitiert.

Damit würde das Ministerium dem Wunsch vieler Labormediziner entsprechen. Der Berufsverband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) schlug am Dienstag (18. Januar) Alarm. In einer Pressemitteilung gab der Verband an, dass die Auslastung der Testkapazität der Labore bundesweit bei durchschnittlich 86 Prozent liege. Und forderte eine Bevorzugung von Ärzten und Pflegern schon beim Testen selbst.

Omikron-Welle: Laborärzte wollen schon beim Corona-Testen selbst priorisieren

„Zur Vermeidung von Überlastung appellieren wir an die notwendige konsequente Priorisierung der SARS-CoV-2-Diagnostik bereits bei der Testabnahme nach den Vorgaben der nationalen Teststrategie“, sagte der ALM-Vorsitzende Dr. Michael Müller.

Man habe bislang das erhöhte Aufkommen an Testauswertungen stemmen können, so der Verband. Doch die Laborkapazitäten könnten nicht beliebig ausgebaut werden. Irgendwann sei das Limit erreicht, hieß es von Verbandsseite. (kh)

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