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Omikron-Variante: Weltweit starker Anstieg der Corona-Infektionszahlen

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Ein Mund-Nasenschutz auf der nassen Straße
Ein Mund-Nasenschutz auf der nassen Straße © Frank Rumpenhorst / dpa

Die hoch ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus hat zu einem massiven Anstieg der weltweiten Infektionszahlen geführt.

Weltweit wurden vom 22. bis 28. Dezember mehr als 6,5 Millionen Infektionen nachgewiesen - der höchste Wochenwert seit Pandemie-Beginn, wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch auf Grundlage von Behördenangaben berichtete. Vor allem in Europa schnellen die Infektionszahlen in die Höhe. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das von Omikron ausgehende Risiko nach wie vor als sehr hoch ein.

Laut der AFP-Zählung wurden vom 22. bis 28. Dezember weltweit durchschnittlich mehr als 935.000 Infektionen pro Tag nachgewiesen - insgesamt 37 Prozent mehr als in der Vorwoche. Der bisherige Wochenrekord war zwischen dem 23. und 29. April verzeichnet worden - mit durchschnittlich 817.000 Fällen pro Tag.

Die meisten Neuinfektionen werden derzeit in Europa verzeichnet, wo in den vergangenen sieben Tagen insgesamt mehr als 3,5 Millionen Fälle registriert wurden. Das waren durchschnittlich mehr als 510.000 Fälle pro Tag - ebenfalls ein neuer Höchststand. In früheren Infektionswellen waren in Europa nie mehr als 300.000 Fälle pro Tag registriert worden.

Länder wie Frankreich und Großbritannien, wo Omikron sich schon stark ausgebreitet hat, verzeichnen inzwischen so viele Infektionen wie noch nie. In Frankreich wurde mit fast 180.000 neuen Fällen am Dienstag ein neuer Tageshöchstwert verzeichnet - nachdem die Zahl der täglichen Neuinfektionen am Samstag erstmals die Schwelle von 100.000 überschritten hatte. Die Regierung beschloss daher am Mittwoch, die bereits seit Anfang Dezember geschlossenen Nachtclubs und Diskotheken für weitere drei Wochen zu schließen.

In Großbritannien meldeten die Behörden in England und Wales am Dienstag fast 130.000 neue Fälle. Das war ebenfalls ein neuer Tagesrekord, obwohl aus Nordirland und Schottland wegen der Weihnachtsfeiertage noch gar keine neuen Zahlen vorlagen.

In Griechenland hat sich die Zahl der Neuinfektionen von Montag auf Dienstag mehr als verdoppelt. In den Niederlanden und der Schweiz ist Omikron seit Dienstag die vorherrschende Coronavirus-Variante.

Die WHO erklärte am Mittwoch, das Risiko durch Omikron sei weltweit weiterhin "sehr hoch". Omikron habe gegenüber der Delta-Variante einen Wachstumsvorteil mit einer Verdopplungsrate von zwei bis drei Tagen.

In vielen Ländern sei daher bereits ein "schneller Anstieg der Inzidenz" zu beobachten. Dieser Anstieg sei "wahrscheinlich" auf eine Kombination aus dem allmählich abnehmenden Schutz durch Impfung oder Genesung sowie der höheren Übertragbarkeit zurückzuführen.

Die WHO erwartet, dass Omikron in Europa zu einer "großen Zahl von Klinikeinweisungen" führen könnte. Dies liege an der zu erwartenden Masse an Infektionen, sagte Catherine Smallwood von der WHO-Europadirektion am Dienstag AFP.

Die WHO sieht zwar Hinweise darauf, dass eine Infektion mit Omikron grundsätzlich seltener zu Krankenhausaufenthalten führt - solche Auswertungen müssten aber noch "mit Vorsicht" betrachtet werden, betonte Smallwood. Laut der WHO-Erklärung vom Mittwoch fehlen nach wie vor Daten zu Krankheitsverlauf und Ansteckungsrisiko.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA warnte unterdessen, dass Antigen-Schnelltests eine Infektion mit Omikron wohl weniger zuverlässig erkennen können als bei anderen Varianten. "Erste Daten deuten darauf hin, dass Antigen-Tests die Omikron-Variante zwar erkennen, aber möglicherweise eine geringere Sensitivität aufweisen", erklärte die FDA. Die Sensitivität gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Test bei einem Infizierten ein positives Ergebnis anzeigt.

Die neuen Daten basieren nach Angaben der FDA auf ersten Forschungsergebnissen mit lebenden Viren von echten Patienten. Zuvor hatte die FDA die Tests mit abgetöteten Viren untersucht und dabei keine Unterschiede zwischen verschiedenen Corona-Varianten feststellen können. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte in Berlin, die in Deutschland zertifizierten Tests seien "in aller Regel auch gut auf die Omikron-Variante anwendbar".

mid/ju

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