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Sie hatten gegen den Zuzug von Flüchtlingskindern demonstriert und dabei auch Reifen aufgeschnitten. Viktor Orban lobte die Protestaktion.

Nach Aufnahme von Flüchtlingskindern

Orban lobt gewaltsamen Protest gegen Flüchtlinge in Ungarn

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat eine teilweise gewaltsame Protestaktion gegen Flüchtlinge in einem ungarischen Dorf gelobt. Dabei waren Autoreifen zerstochen worden.

Budapest/Tallinn - Er finde „nichts Falsches“ daran, sagte Orban am Freitag am Rande des informellen EU-Gipfeltreffens in Tallinn, wie die staatliche ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtete. „Es ist sehr richtig, dass sie entschlossen, laut und verständlich ihre Meinung ausgedrückt haben.“

Die Hilfsorganisation Migration Aid wollte im südungarischen Dorf Öcseny vorübergehend eine Gruppe Minderjähriger zur Erholung unterbringen, die bereits in Ungarn offiziell als Flüchtlinge anerkannt sind. Ähnliches macht Migration Aid auch in anderen Orten, stets in Absprache mit Polizei und Gemeindeverwaltungen.

In Öcseny löste der Plan Proteste unter den rund 2500 Einwohnern aus. Die Autoreifen des Pensionsbesitzers Zoltan Fenyvesi, der die Kinder aufnehmen wollte, wurde von Unbekannten zerstochen. Die flüchtlingsfeindliche „Propaganda der Regierung“ habe diese Stimmung im Dorf produziert, sagte Fenyvesi ungarischen Medien. Der parteilose Bürgermeister des Dorfs in einer berühmten Weingegend, Janos Fülöp, trat zurück, nachdem auch seine Autoreifen zerstochen wurden.

Orban betreibt seit 2015 eine Kampagne gegen Flüchtlinge und liegt zu diesem Thema im Streit mit der EU. Zur Abschreckung von Flüchtlingen ließ er 2015 Zäune an den Grenzen zu Serbien und Kroatien errichten. Zum Fall Öcseny sagte Orban jetzt: „Die Menschen wollen eben keine Migranten aufnehmen, nicht in ihrem Land und nicht in ihrem Dorf.“ Zwar hätten die Ungarn ein Herz für Kinder, aber „man hat sie so oft belogen, dass sie nicht glauben, dass da nur Kinder kommen. (...) Der Ungar sagt dazu: Erst kommen die Kinder, dann die Eltern, dann gibt es eine Familienzusammenführung und das Problem ist da.“

dpa

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