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Verschiedene politische Gruppen demonstrieren in Berlin gegen die geplante Großdemonstration der AfD am kommenden Sonntag und rufen zu einer Gegendemonstration auf. Foto: Wolfgang Kumm

AfD zahlt Teilnehmern 50 Euro

Organisatoren erwarten Tausende bei Anti-AfD-Protest

Wenn die AfD am Sonntag in Berlin demonstriert, protestieren vermutlich tausende Menschen dagegen. Die Partei hat ihre geplante Teilnehmerzahl zwar nach unten korrigiert. Doch die AfD in Rheinland-Pfalz mobilisiert ihre Anhänger mit ungewöhnlichen Mitteln.

Berlin (dpa) - Die Organisatoren des Anti-AfD-Protests erwarten am Sonntag in Berlin deutlich mehr Teilnehmer als die AfD mit ihrer Demonstration "Zukunft Deutschland". Die Partei hat die Teilnehmerzahl am Mittwoch deutlich nach unten korrigiert, während die Organisatoren der Gegendemonstrationen nun "deutlich mehr als 10.000 Menschen" erwarten. Für die Polizei steht ein Großeinsatz bevor.

Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch stellten fünf Bündnisse ihre Protest-Pläne vor: "Unser Ziel ist es, so viele Menschen auf die Straße zu bekommen, dass für die AfD kein Durchkommen ist", sagte Nora Berneis, Sprecherin des Bündnisses "Stoppt den Hass". Sie erwarte bei den vier Haupt-Demonstrationen deutlich mehr als 10.000 Menschen, erklärte sie. Insgesamt sind 13 Gegenveranstaltungen angemeldet. Die zentrale Kundgebung findet ab 11 Uhr auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude statt; die Organisatoren erwarten dort Bundestagsabgeordnete von SPD, Linken und Grünen.

Die Route der Demonstration unter dem Motto "Hauptsache es knallt. AfD wegbassen" ist indes noch unklar. "Wir befinden uns in Gesprächen mit der Polizei", sagte ein Sprecher am Mittwoch. 14 Musikwagen sollen durch Berlin ziehen. Das Bündnis wird nach eigenen Angaben von bis zu 150 Berliner Clubs unterstützt. "Wir laden die Berliner Feierszene zur Afterhour", erklärten sie. Dazu sollen vor der Demonstration Durchsagen in den teilnehmenden Berliner Clubs auf die Protestaktionen hinweisen. Allein bei dieser Demonstration erwarten die Organisatoren 14.000 Teilnehmer.

Die AfD korrigierte unterdessen die erwartete Teilnehmerzahl nach unten. Der AfD-Bundesvorstand rechnet nun mit 2500 bis 5000 Demonstranten - angekündigt waren zunächst 10.000 Menschen. Zu möglichen Zusammenstößen mit Gegendemonstranten sagte Partei-Vize Georg Pazderski, er habe volles Vertrauen in die Berliner Polizei. Diese sei "demonstrationserprobt".

Die AfD in Rheinland-Pfalz zahlt einigen Teilnehmern der Demonstration einen Zuschuss. Insgesamt stünden dafür 1500 Euro zur Verfügung, sagte Parteisprecher Robin Classen am Mittwoch in Mainz. Die ersten 30 Demonstranten, die sich melden, sollen demnach jeweils 50 Euro erhalten. Es habe die Überlegung gegeben, einen Bus nach Berlin zu organisieren oder einen Zuschuss bei eigener Anreise zu zahlen, erklärte Classen. Der Landesvorstand habe sich für die flexiblere Lösung des Zuschusses entschieden.

Unterdessen haben am Mittwochmorgen Aktivisten Eisblöcke mit dem Grundgesetz vor der Parteizentrale der AfD im Bezirk Mitte abgeladen und so die Eingänge blockiert. Damit wolle man am Tag des Grundgesetzes auf das "eher unterkühlte Verhältnis" der AfD zur Verfassung aufmerksam machen, erklärte die Organisation #ReconquistaInternet in einer Pressemitteilung.

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