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Ukraine-Konflikt: Nur Stunden nach Putins Befehl - Videos zeigen russische Panzer durch die Ostukraine rollen

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Von: Jonas Raab

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Nur Stunden nach Russlands Anerkennung von ostukrainischen Separatistengebieten und Putins Truppen-Entsendung berichten Augenzeugen von den ersten Panzerbewegungen in der Ukraine.

Donezk - Zwei Eskalationsstufen an einem Abend – und in der Nacht ging es weiter. Am Montag (21. Februar) erkannte Russlands Präsident Wladimir Putin erst die von pro-russischen Separatisten besetzten Gebiete Luhansk und Donezk in der Ukraine als unabhängige Staaten an; kurz darauf kündigte er an, Truppen in eben diese Gebiete zu entsenden. Als „Friedensmission“ bezeichnete der Kreml-Chef das, doch seine skurrile Rede im russischen Staatsfernsehen klang stark nach Kriegserklärung. Ein paar Stunden später scheint klar, wie schnell Putin Ernst macht.

Augenzeugen haben rund um Donezk Panzerkolonnen und bewaffnete Transportfahrzeuge gesichtet, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Mehrere Videos aus Makiivka, der unmittelbaren östlichen Nachbarstadt von Donezk, belegen die russische Bewegung im Separatistengebiet. In den Aufnahmen ist zu sehen, wie Armee-Lastwagen und Panzer nachts durch die Straßen rollen.

Ukraine-Konflikt vor endgültiger Eskalation? Augenzeugen berichten von Panzern

Wie Reuters-Reporter berichten, seien die Militärfahrzeuge nur wenige Stunden nach Putins Ankündigung aufgetaucht. In den Tagen zuvor habe es keine derartigen Bewegungen des russischen Militärs in Donezk gegeben. Die Kriegsfahrzeuge seien nicht gekennzeichnet gewesen, berichtet Reuters weiter.

In einem Video rollen erst zwei Panzer durch die nächtlichen Straßen von Makiivka, dann mehrere Lastwägen – einer davon mit Blaulicht, ein anderer mit Menschen auf der Ladefläche.

Schwere Separatisten-Gefechte in der Ostukraine – mindestens zwei Soldaten getötet

In der Nacht von Montag auf Dienstag kam es in der Ostukraine bereits zu schweren Gefechten. Dabei sind mehrere Menschen getötet worden Aufseiten der ukrainischen Armee seien mindestens zwei Soldaten getötet und 18 zum Teil schwer verletzt worden, teilte die Armee mit. Zudem sei ein Zivilist in Nowoluhanske im Donezker Gebiet ums Leben gekommen und an anderen Orten im Konfliktgebiet mindestens fünf Zivilisten verletzt worden.

Die Intensität der Kampfhandlungen habe seit Mitternacht nachgelassen, heißt es in dem Bericht weiter. Die von Russland unterstützten Separatisten im Gebiet Donzek berichteten von einem Toten und drei Verletzten unter ihren Kämpfern. Zudem seien in Donezk ein Zivilist getötet und in Slowjanoserbsk im Luhansker Gebiet ein Zivilist verletzt worden. Die Berichte lassen sich nicht überprüfen.

Ukraine-Konflikt: Selenskyj gibt sich entschlossen - „Wir haben keine Angst vor nichts und niemandem“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj prangerte indes eine Verletzung der Souveränität seines Landes durch Russland an. In einer nächtlichen Ansprache forderte er eine „deutliche“ und „wirksame“ Unterstützung durch den Westen, fügte jedoch mit Blick auf das russische Vorgehen hinzu: „Wir haben keine Angst vor nichts und niemandem.“ Selenskyj schloss jegliche territoriale Zugeständnisse an Russland aus. „Die internationalen Grenzen der Ukraine bleiben ungeachtet russischer Äußerungen bestehen“, sagte er. (jo/dpa)

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