Hoffnung ist dennoch da

Sehr besorgt: OSZE-Chef Zannier befürchtet Zunahme des Terrors

Wenige Tage nach dem Anschlag in Manchester mit 22 Toten sprach OSZE-Chef Lamberto Zannier besorgt über die Zukunf. Er selbst befürchtet eine Zunahme des Terrors. Dennoch hat er noch nicht alle Hoffnung aufgegeben.

Málaga - Der Generalsekretär der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Lamberto Zannier, hat vor einer Zunahme des Terrors gewarnt. „Ich bin sehr besorgt, sehr besorgt. Ich glaube, dass die Lage schlimmer werden wird, bevor es zu einer Verbesserung kommt“, sagte Zannier am Freitag am Rande der OSZE-Jugendkonferenz in Mollina in der südspanischen Provinz Málaga.

Der italienische Diplomat kritisierte wenige Tage nach dem Anschlag mit 22 Toten in Manchester, dass die Behörden sich oft „zu sehr“ auf Repression und Geheimdiensttätigkeit konzentrierten. „Natürlich ist das wichtig und nötig“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Man müsse aber auch „Sozialarbeit leisten, mehr auf die Bildung achten, positive Werte fördern.“  

Zannier sprach sich dafür aus, den Jugendlichen im öffentlichen Leben und in der Politik mehr Raum zu gewähren. Wenn man sich zu sehr auf die kurzfristige Agenda konzentriere, tappe man „in eine Falle“. Man müsse auch auf die langfristigen Tendenzen aufpassen.

Der OSZE-Chef bedauerte auch die „Stagnation“ bei den Bemühungen zur Lösung der Krise im Osten der Ukraine. Zu den Spannungen zwischen Washington und Moskau meinte er, man könne die heutige Lage nicht mit jener des „Kalten Krieges“ vergleichen. Damals sei es den Seiten darum gegangen, den „Status quo“ aufrechtzuerhalten. Heute müsse man „erneut Stabilität in ein instabil gewordenes System bringen“. Das sei ein weitaus schwierigeres Unterfangen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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