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Ozan Iyibassoll die Integrationspolitikder CSU vorantreiben.

CSU bildet neuen Arbeitskreis

Er soll Seehofers Integrationspolitik vorantreiben

München - Integrations-Politik ist nicht gerade ein Steckenpferd der CSU. Jetzt aber wagt die Partei einen großen Schritt. Sie gründet einen bayernweiten Arbeitskreis „Integration und Migration“. Er soll der Chef werden: Ozan Iyibas, 32, aus Neufahrn.

Er ist Sohn türkischer Gastarbeiter mit alevitischen Wurzeln. Seine Eltern kamen 1975 nach Deutschland, sein Vater verdiente sein Geld als Schweißer, die Mutter war Krankenschwester. Ozan Iyibas, 32, arbeitete sich vom Bankkaufmann zum Leiter der Sparkassen-Hauptstelle in Freising nach oben. Nun macht er auch politisch Karriere: Vom Gemeinderat zum Vorsitzenden eines neuen bayernweiten Arbeitskreises – bei der CSU. Ein ungewöhnliches Engagement.

Seit 2007 ist Ozan Iyibas Parteimitglied. Irgenwann standen der Freisinger Kommunalpolitiker Florian Herrmann und eine CSU-Kollegin vor der Tür und versuchten, den jungen Mann anzuwerben. Er zögerte: „Ich wollte mich erst einmal informieren. Über andere Parteien.“ Schließlich entschied er sich doch für die CSU. Die Union sei es schließlich gewesen, die ihm mit ihrer Politik das ermöglicht habe, was er trotz seines Migrationshintergrunds in seinem Leben bereits geschafft hatte. „Die waren ja schon seit Jahrzehnten in Bayern an der Macht.“

Iyibas ging die klassische Ochsentour durch die Parteibasis: Schriftführer (der CSU Neufahrn), dann stellvertretender Ortsvorsitzender, Beisitzer im CSU-Kreisvorstand. Jedes Mal erklärte er neu: Iyibas spricht man „Jibasch“. 2014 wählten ihn die Neufahrner in ihren Gemeinderat. Iyibas kandidierte fürs Europaparlament – vergeblich, aber immerhin auf Platz 20 der CSU. Er rückte als Herrmanns Nachfolger zum Kreisvorsitzenden der Europa-Union Freising auf. Und jetzt: Am Freitagnachmittag soll Ozan Iyibas zum Vorsitzenden des neuen Arbeitskreises „Integration und Migration“ gewählt werden.

Für Iyibas ist das ein großer Schritt – für die Partei auch. In der Asyl-Debatte betont die CSU derzeit eher Abschiebung und Anti-Multi-Kulti – eine Rhetorik, in die der neue Arbeitskreis fürs Miteinander nicht recht zu passen scheint. Einige Aktive, vor allem aus Oberbayern, haben aber CSU-Spitze und Parteitag vom neuen Gremium überzeugt. Jetzt kommt sogar Generalsekretär Andreas Scheuer, ein verbaler Hardliner, zur Gründungsversammlung.

Iyibas (ledig, noch keine Kinder) weiß, was er auf dem neuen Posten erreichen will – und wie. „Damit Integration gelingt, ist Grundsatzarbeit notwendig“, sagt er. Er will zunächst mit Migrationsorganisationen, Gemeindeverwaltungen sowie mit verschiedenen Religionsvertretern sprechen. Sich Nöte und Sorgen anhören, auf Menschen eingehen. „Mit Kommunikation lassen sich bereits viele Probleme lösen“, glaubt Iyibas.

Er fordert auch Bereitschaft ein, sich zu integrieren. „Am wichtigsten ist es, die Sprache zu lernen. Sonst kommt man nicht zurecht.“ Außerdem helfe es, sich gesellschaftlich zu engagieren – in einem Verein, beim Fußball, bei der Feuerwehr. Außerdem: Bildung. „Es muss kein Studium sein. Eine Berufsausbildung reicht vollkommen.“

Er selbst wuchs zweisprachig auf, nutzte Gelegenheiten zur Weiterbildung, zunächst in der Schule, später im Beruf. Er sagt heute stolz: „Ich bin gut integriert.“ Oft sei er Menschen mit Vorurteilen begegnet: „Für mich war das aber wie ein Ansporn.“

Carolin Nuscheler

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