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Grünen-Parlamentsgeschäftsführer Volker Beck

Hat er die Öffentlichkeit getäuscht?

Pädophilie-Debatte: Kritik an Volker Beck

Berlin - Die Pädophilie-Debatte ist in vollem Gange - und nun steht auch Parlamentsgeschäftsführer Volker Beck in der Kritik. Der Vorwurf: Er soll die Öffentlichkeit jahrelang getäuscht haben.

Im Zuge der Aufarbeitung pädophiler Verstrickungen der Grünen steht jetzt auch deren Parlamentsgeschäftsführer Volker Beck in der Kritik. Hintergrund ist die nun gefundene Urfassung eines 1988 erschienenen pädophilie-freundlichen Buchbeitrags von Beck, über die der "Spiegel" und der "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Freitag berichteten. Laut "Spiegel" sollen im Gegensatz zu Angaben Becks beide Texte nahezu identisch sein. Beck bestritt den Vorwurf der Täuschung.

In dem Buchbeitrag hatte Beck dem "Spiegel" zufolge eine "Entkriminalisierung der Pädosexualität" als dringend erforderlich bezeichnet. Gegen Kritik an dem Aufsatz hatte sich Beck wiederholt mit dem Argument gewehrt, der Text sei seinerzeit vom Herausgeber des Buches verfälscht worden.

"Spiegel": Beck hat die Öffentlichkeit über Jahre hinweg getäuscht

Mit dieser Argumentation habe Beck "die Öffentlichkeit offenbar über Jahre getäuscht", schrieb der "Spiegel". Ein Vergleich des nun gefundenen Manuskripts mit dem später gedruckten Buchtext zeige, dass der Text durch Änderungen des Herausgebers "im Sinn" nicht verfälscht worden sei. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete, der Text sei nur an zwei Stellen verändert worden.

Beck wies den vom "Spiegel" erhobenen Vorwurf der Täuschung "entschieden zurück". "Das jetzt gefundene Manuskript, das mir nicht mehr vorlag und an das ich keine genaue Erinnerung mehr hatte, bestätigt meine mehrfach geäußerte Annahme, dass der Text in der Buchveröffentlichung verändert wurde", erklärte der Grünen-Politiker.

Beck distanziert sich erneut von seiner These

Zugleich distanzierte sich Beck erneut von der These, es könne bei Sexualkontakten zwischen Erwachsenen und Kindern theoretisch unterschieden werden zwischen "gewaltlosen Sexualkontakten mit Zustimmung und gewaltförmigen, schädlichen Sexualkontakten". Von dieser "falschen Grundannahme" sei sein damaliger Text geprägt gewesen. Er bitte erneut um "Entschuldigung für die damalige Verirrung".

Der Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin attackierte unterdessen in der Pädophilie-Debatte seine Kritiker in der Union. "Wir Grüne mussten 14 Jahre im Bundestag dafür kämpfen, dass Vergewaltigungen in der Ehe endlich unter Strafe gestellt werden, 17 Jahre dafür, dass Kinder nicht geschlagen werden dürfen", sagte Trittin dem "Hamburger Abendblatt" vom Freitag. "Alles gegen die Union und gegen deren Politiker wie zum Beispiel Gerda Hasselfeldt und Peter Ramsauer." Die Grünen hätten ihre Fehler in der Pädophilie-Debatte "vor fast einem Vierteljahrhundert erkannt und korrigiert".

Die zentralen Positionen des Grünen-Wahlprogramms

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Im Gegenzug warf Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in der "Welt" vom Samstag den Grünen vor, sie hätten lange versucht, "mit Aufarbeitungsklauseln der Sache zu entfliehen". Der Grünen-Hinweis auf die frühere Haltung der Union zur Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe sei ein "Ablenkungsversuch". Es sei damals um die Frage gegangen, "wie man das juristisch greifbar machen kann - nicht um Tolerierung und Akzeptanz".

Zugleich forderte Seehofer Trittin zum Rückzug auf. "Ich glaube nicht, dass Trittin eine führende Funktion in der deutschen Politik behalten kann." Nach Erkenntnissen des Forschers Franz Walter trug Trittin 1981 presserechtliche Verantwortung für ein Kommunalwahlprogramm in Göttingen, das dafür warb, gewaltfreie sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen nicht zu bestrafen.

Lesen Sie dazu auch:

Pädophilie-Affäre: Druck auf Grüne wächst

Trittin in Pädophilen-Affäre verwickelt

Gabriel und Steinbrück verteidigen Trittin

Wollten Grüne und FDP Sex mit Kindern erlauben?

AFP

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