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Mehrere tausend Palästinenser hatten sich seit dem Morgen zu Massenprotesten an der Grenze des Gazstreifens zu Israel versammelt.

Protesten am „Tag des Bodens“

Israelische Soldaten feuern: Zahl der getöteten Palästinenser an Gaza-Grenze steigt auf 17

Nach palästinensischen Medienberichten kamen mehr als 20 000 Menschen zu dem „Marsch der Rückkehr“. Doch dann eskalierte der Protest. Es gibt viele Tote und tausende Verletzte.

Update vom 31. März 2018 - 08.41 Uhr: Nach Zusammenstößen mit der israelischen Armee beim „Marsch der Rückkehr“ im Gazastreifen ist die Zahl der getöteten Palästinenser auf 17 gestiegen, darunter auch Kinder. Das sagte der palästinensische UN-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Riyad Mansour, vor einer Sitzung des Sicherheitsrats in New York am Freitag (Ortszeit). Sein Land betrachte die Handlungsweise Israels als „ein riesiges Massaker gegen unser Volk“, sagte Mansour. Er forderte den Sicherheitsrat zum Handeln auf. Das UN-Organ müsse sich ernsthaft darum kümmern, die Zivilbevölkerung in Gaza zu schützen.

Update vom 30. März 2018 - 17.52 Uhr: Bei blutigen Zusammenstößen mit der israelischen Armee an der Grenze zum Gazastreifen sind am Freitag mindestens zwölf Palästinenser getötet worden. Das palästinensische Gesundheitsministerium teilte mit, rund 1100 weitere seien verletzt worden.

Update vom 30. März 2018 - 13.46 Uhr: Bei den Massenprotesten im Gazastreifen sind vier Palästinenser an der Grenze zu Israel getötet worden. Rund 170 Menschen seien beim „Marsch der Rückkehr“ verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza zudem mit. Israelische Soldaten hatten gezielt auf Rädelsführer geschossen, wie die Armee am Freitag mitteilte.

Update vom 30. März 2018 - 12.55 Uhr: Die Massenproteste am Rande des Gazastreifens sind nach Angaben der radikal-islamischen Hamas eine Botschaft an US-Präsident Donald Trump. Für den von Trump angekündigten Friedensplan für Israel und die Palästinenser gelte: „Es gibt kein Zugeständnis in Bezug auf Jerusalem, keine Alternative zu Palästina und keine Lösung, außer zurückzukehren“, sagte Hamas-Chef Ismail Hanija am Freitag. Hanija nahm ebenfalls am sogenannten „Marsch der Rückkehr“ teil.

Update vom 30. März 2018 - 12.43 Uhr: Bei den Massenprotesten im Gazastreifen sind nach Medienberichten zwei Palästinenser an der Grenze zu Israel getötet worden. Bereits zuvor war es beim sogenannten „Marsch der Rückkehr“ zu Zusammenstößen mit der israelischen Armee gekommen. Das Gesundheitsministerium in Gaza bestätigte am Freitag den Tod der Palästinenser zunächst nicht. In der Nacht zuvor war laut Ministerium ein Palästinenser an der Grenze von israelischen Sicherheitskräften erschossen worden.

Tödliche Schüsse von israelischem Soldaten abgegeben

Gaza - Ein palästinensischer Demonstrant ist am Freitag bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten an der Grenze des Gazastreifens erschossen worden. Die tödlichen Schüsse auf den 25-Jährigen seien von einem israelischen Soldaten abgegeben worden, teilten die palästinensischen Behörden mit. 54 weitere Demonstranten wurden nach Angaben der Hilfsorganisation Roter Halbmond durch Schüsse verletzt. Mehrere tausend Palästinenser hatten sich seit dem Morgen zu Massenprotesten an der Grenze des Gazstreifens zu Israel versammelt.

Bereits vor Beginn der Proteste hatten israelische Soldaten einen Palästinenser getötet, der sich dem Grenzzaun genähert hatte. Wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte, wurde ein 27-jährige Bauer in der Nähe von Chan Junis im Süden des Palästinensergebiets durch Artilleriebeschuss getötet. Ein weiterer Bauer sei verletzt worden. Nach Angaben von Augenzeugen hatte der Bauer auf seinem Land nahe der israelischen Grenze gearbeitet.

Israel hatte angekündigt, von seinem „Recht auf Selbstverteidigung“ Gebrauch zu machen

Anlass für den Protest ist der sogenannte "Tag des Bodens" am 30. März, der an die gewaltsame Niederschlagung von Protesten arabischer Bauern gegen die Enteignung ihres Landes im Norden Israels im Jahr 1976 erinnert. Nach Schätzungen von AFP-Korrespondenten versammelten sich mindestens 10.000 Palästinensern an verschiedenen Punkten der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel.

Israel hatte die geplanten Proteste am Donnerstag als "Provokation" bezeichnet und angekündigt, von seinem "Recht auf Selbstverteidigung" Gebrauch zu machen. Das Militär wurde angewiesen, die Demonstranten unbedingt daran zu hindern, den Grenzzaun zu überwinden. An der Grenze wurden Panzer und Scharfschützen postiert.

AfP/dpa

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