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Papst Franziskus steigt nach der Landung in Dublin aus dem Flugzeug. Foto: Brian Lawless/PA Wire

Pontifex trifft Opfer 

Papst erkennt Missbrauch in Irland als "schweren Skandal" an

Sexueller Missbrauch und Gewalt haben den Ruf der Kirche auch im katholischen Irland beschädigt. Nun besuchte der Papst auch Missbrauchsopfer. 

Dublin - Papst Franziskus hat bei seiner Irland-Reise die vielen Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch katholische Geistliche verurteilt.Er könne nicht umhin, "den schweren Skandal anzuerkennen, der in Irland durch den Missbrauch von Minderjährigen durch Mitglieder der Kirche verursacht wurde", sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Samstag bei seiner ersten Rede in Dublin.

Franziskus war am Morgen zu einem zweitägigen Besuch in dem katholisch geprägten Land eingetroffen. Anlass ist das Weltfamilientreffen der Kirche diese Woche, die Reise wird aber von einer Reihe von Missbrauchsskandalen überschattet.

Papst Franziskus trifft Missbrauchsopfer in Irland

Der Pontifex beklagte, dass kirchliche Autoritäten versäumt hätten, "mit diesen abscheulichen Verbrechen angemessen umzugehen". Er mahnte aber auch, die positive Rolle der Kirche nicht zu vergessen: "Die Kirche in Irland hat in der Vergangenheit und in der Gegenwart eine Rolle bei der Förderung des Wohlergehens von Kindern gespielt, die nicht verdunkelt werden darf."

Regierungschef Leo Varadkar rief Franziskus dazu auf, seinen Einfluss zu nutzen, um für "Gerechtigkeit und Wahrheit" in den Missbrauchsfällen der katholischen Kirche in Irland und weltweit zu sorgen. Den Worten müssten Taten folgen. Die Wunden seien noch immer offen. "Wir bitten Sie, den Opfern und Überlebenden zuzuhören. Wir wissen, Sie werden das tun." Gleichzeitig sprach er von einer "gemeinsamen Geschichte von Leid und Schande", in der auch der irische Staat eine unrühmliche Rolle gespielt habe.

Der Papst hat bei seinem Besuch in Irland acht Missbrauchsopfer getroffen. Papst Franziskus habe am frühen Samstagabend acht "Überlebende" getroffen, die von Mitgliedern des Klerus, Mönchen und Vertretern der katholischen Institutionen missbraucht worden seien, teilte Vatikan-Sprecher Greg Burke mit. Die Begegnung habe anderthalb Stunden gedauert.

Papst-Besuch: Besonders viele Missbrauchsfälle in Irland

Trotz der klaren Worte scheint es fraglich, ob es Franziskus gelingen wird, die großen Ressentiments in Teilen der Bevölkerung zu überwinden. Viele Iren verlangen konkrete Schritte, um Missbrauch zu verhindern und die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Irland gehört zu jenen Staaten, in denen Priester und Ordensschwestern massiv Kinder und Frauen missbrauchten und misshandelten. 

Nach seiner Rede vor Regierungsvertretern und Würdenträgern am Samstag setzte der Pontifex seinen Besuch fort. Zehntausende Menschen jubelten Franziskus zu, als er im Papamobil zu weiteren Terminen in der irischen Hauptstadt fuhr. Auf dem Programm standen unter anderem ein Treffen mit Obdachlosen und eine Feier mit Familien im Croke-Park-Stadion in Dublin.

Am Sonntagfrüh wollte Franziskus den Wallfahrtsort Knock im Westen Irlands besuchen. Am Nachmittag ist eine Messe unter freiem Himmel in Dublin geplant. Dazu werden Hunderttausende Gläubige erwartet. Zeitgleich sind aber auch Mahnwachen für die Opfer von Missbrauch in kirchlichen Institutionen angekündigt.

dpa 

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