+
US-Außenminister John Kerry küsst seine Enkelin bei der Unterzeichnung des Pariser Klimavertrages. Foto: Andrew Gombert

Pariser Klimavertrag feierlich in New York unterzeichnet

Hoher Besuch im UN-Plenarsaal: Präsidenten, Minister und Premiers kommen in New York zusammen, um den Klimavertrag mit ihrer Unterschrift zu bekräftigen. Nun müssen die Parlamente mitziehen.

New York (dpa) - Vertreter von 175 Staaten haben den Pariser Klimavertrag bei einer feierlichen Zeremonie bei den Vereinten Nationen in New York unterzeichnet.

Neben Frankreichs Präsident François Hollande, Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, Kanadas Premierminister Justin Trudeau und US-Außenminister John Kerry setzte am Freitag für Deutschland auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ihre Unterschrift unter das Original.

Das Treffen markierte die höchste Zahl an Unterzeichner-Ländern einer Vereinbarung am selben Tag und übertraf damit noch das UN-Seerechtsübereinkommen, das 1982 in Jamaika an einem Tag von 119 Staaten unterzeichnet wurde. Von dem Vertrag gibt es nur ein Original, das den vollen Text der Vereinbarung in den sechs offiziellen UN-Sprachen (Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch, Arabisch und Chinesisch) enthält. Völkerrechtlich verbindlich wird der Vertrag erst mit der Ratifizierung, die in Deutschland und in 54 weiteren Ländern die Zustimmung des Parlaments erfordert. Hollande kündigte an, dies werde in Frankreich noch bis zum Sommer geschehen.

"Wir müssen sicherstellen, dass unsere Worte zu Taten werden", sagte Hollande. "Die Ära des Konsums ohne Konsequenzen ist vorbei", betonte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. "Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit." Vertreter vieler Mitgliedstaaten erklärten bei ihren Reden auf der UN-Bühne, dass die Unterzeichnung im Zeichen folgender Generationen stehe. "Endlich bieten wir unseren Söhnen und Enkeln ein Signal der Verantwortung", sagte Italiens Regierungschef Matteo Renzi. Das Abkommen müsse "so schnell wie möglich mit Leben gefüllt werden", bekräftigte Hendricks in einer Mitteilung.

Der Klimavertrag sieht vor, die Erderwärmung auf klar unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Die Vertragsstaaten sollen sich bemühen, sie sogar schon bei 1,5 Grad zu stoppen. Eine Strafe bei Nichterfüllung der Zusagen gibt es jedoch nicht.

US-Schauspieler Leonardo DiCaprio, UN-Friendsbotschafter für den Klimaschutz, drängte die Weltgemeinschaft zu einem Ende des Einsatzes fossiler Energieträger. "Eine massive Veränderung ist jetzt nötig." Die Wende im Klimawandel verglich er mit der Abschaffung der Sklaverei in den USA: "Jeder wusste, dass es enden musste, aber niemand hatte den politischen Willen, es zu stoppen."

UN-Mitteilung zur Unterzeichnung

Liste der Teilnehmenden Staaten

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Geheimakten über Kennedy-Mord werden veröffentlicht - schlecht für die CIA?
Zehntausende Seiten an geheimen Dokumenten, die sich um die Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy drehen, sollen nun veröffentlicht werden.
Geheimakten über Kennedy-Mord werden veröffentlicht - schlecht für die CIA?
Populist klarer Sieger bei tschechischer Parlamentswahl
Nichts scheint Andrej Babis aufzuhalten. Trotz zahlreicher Affären gewinnt der umstrittene Milliardär die Wahl in Tschechien klar. Wohin steuert der "tschechische Donald …
Populist klarer Sieger bei tschechischer Parlamentswahl
Papst Franziskus warnt vor Islamisierung
Papst Franziskus warnt laut einem Nachrichtenmagazin vor einer Islamisierung. Außerdem sieht er eine „indifferente Haltung“ der Katholiken zum eigenem Glauben
Papst Franziskus warnt vor Islamisierung
Wieso bleibt Merkel nach ihrer Entlassung vorerst weiter im Amt?
Am kommenden Dienstag endet offiziell die Amtszeit von Angela Merkel. Das Kabinett Merkel regiert dennoch erstmal weiter. 
Wieso bleibt Merkel nach ihrer Entlassung vorerst weiter im Amt?

Kommentare