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Protest in Burkina Faso.

Votum über Verfassungsänderung gestrichen

Parlament in Burkina Faso gestürmt

Ouagadougou - Aufgebrachte Demonstranten haben im westafrikanischen Burkina Faso das Parlamentsgebäude gestürmt und in Brand gesetzt. Die Aktion zeigte Wirkung.

Angesichts gewaltsamer Proteste in Burkina Faso gegen eine mögliche weitere Amtszeit von Präsident Blaise Compaoré hat die Regierung am Donnerstag die umstrittene Abstimmung über die geplante Verfassungsänderung vorerst zurückgenommen. Regierungssprecher und Kommunikationsminister Alain Edouard Traoré sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Abstimmung sei "annulliert". In einer Erklärung rief die Regierung die Bevölkerung zugleich zur Ruhe auf.

Bei den Protesten in Ouagadougou wurde ein Mensch getötet, wie ein AFP-Reporter aus der Hauptstadt berichtete. Wütende Demonstranten stürmten vor der geplanten Abstimmung das Parlament und legten Feuer. Sie verwüsteten Büros, setzten Akten und Autos im Innenhof des Parlamentsgebäudes in Brand und schleppten Computer fort. Der Parlamentssitz war von schwarzem Rauch umhüllt, ein Hubschrauber überflog das Gebäude.

Sicherheitskräfte hatten zunächst versucht, die Demonstranten mit Tränengas zurückzudrängen, dann traten sie selbst den Rückzug an. Die aufgebrachten, überwiegend jungen Demonstranten riefen: "Befreit Kosyam". Kosyam ist der Name des Präsidentensitzes. Die Opposition hatte ihre Anhänger aufgerufen, zur Nationalversammlung zu marschieren. Nach der Erstürmung des Parlamentsgebäudes rückten weitere Demonstranten auch auf den Sitz des nationalen Fernsehsenders vor.

Präsident Compaoré ist seit 27 Jahren in dem westafrikanischen Land an der Macht. Die geplante Verfassungsänderung würde den Weg zu einer Kandidatur für eine weitere fünfjährige Amtszeit nach der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr freimachen. Die EU hatte die Regierung aufgerufen, die Verfassung nicht zu ändern, weil dies den demokratischen Prozess gefährde.

dpa/AFP

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