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Ein Mauer-Denkmal vor deutscher Botschaft in Kiew wurde beschmiert.

Denkmal an der deutschen Botschaft

Parlamentarier beschmiert Berliner Mauer in Kiew

Berlin - Protest mit der Sprühdose: Ein hochrangiger Vertreter der ukrainischen Regierungsfraktion schreibt „Nein“ auf ein Mauerdenkmal an der deutschen Botschaft in Kiew. Damit eskaliert der Streit über eine Äußerung des Botschafters - zur Unzeit.

Ein führender Abgeordneter der ukrainischen Regierungsfraktion hat ein Originalstück der Berliner Mauer auf dem Gelände der deutschen Botschaft in Kiew mit roter Farbe beschmiert. Der 36-jährige Alexej Gontscharenko protestierte damit nach eigenen Angaben gegen eine Äußerung des deutschen Botschafters Ernst Reichel zum Konflikt in der Ostukraine.

Reichel hatte in einem Radio-Interview erklärt, dass für Wahlen im Separatistengebiet Donbass der Abzug russischer Soldaten nicht unbedingt notwendig sei. Die Bundesregierung hat die Existenz regulärer russischer Truppen auf dem Gebiet der Ukraine bisher nicht offiziell bestätigt.

Sprecher: „Unangemessenes Verhalten“

Gontscharenko schrieb in roter Farbe das Wort „Nein!“ auf Deutsch auf das historische Mauerstück aus Berlin. „Dieses Fragment hier ist ein Stück der Berliner Mauer, des Symbols der Okkupation Europas durch den Kreml. Also schreiben wir hier unsere Antwort an den Botschafter“, sagte der Parlamentarier zur Begründung noch am Tatort mit der Sprühdose in der Hand. Ein Video seiner Aktion wurde später im Internet veröffentlicht.

Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, kritisierte die Aktion scharf. „Wir sind der festen Überzeugung, dass das (...) ein in jeder Hinsicht unangemessenes Verhalten ist“, sagte er. Schäfer teilte die Auffassung des Botschafters, dass die Regionalwahl im Donbass nach dem Minsker Friedensabkommen „stattfinden muss und stattfinden kann“. Gleichzeitig betonte er aber, dass er die Existenz russischer Truppen in der Ostukraine weiterhin nicht „regierungsamtlich“ bestätigen werde.

Iwanna Klimpusch-Zinadse verurteilt Schmiererei

Die für die EU-Integration verantwortliche Vizeregierungschefin Iwanna Klimpusch-Zinadse verurteilte über Twitter den „schrecklichen Akt des Vandalismus an dem historischen Monument in Kiew“.

Der deutsche Botschafter wurde wegen seiner Äußerung ins Kiewer Außenministerium geladen. Dabei sei die Unzulässigkeit von Wahlen „bei Anwesenheit der russischen Besetzungsstreitkräfte“ betont, hieß es anschließend von ukrainischer Seite.

Deutschland ist neben Frankreich Vermittler im Ukrainekonflikt. Der Streit über die Äußerung des Botschafters trifft die Vermittlungsbemühungen zur Unzeit. Das Auswärtige Amt in Berlin würde gerne am Rande des G20-Außenministertreffens in Bonn die Minister Russlands und der Ukraine wieder im so genannten „Normandie-Format“ an einen Tisch bringen.

dpa

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