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Sonderfall Frankreich: Eigene Wahlkreise für Auslandsfranzosen - Macrons Partei vor Stichwahl-Marathon

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Von: Andreas Schmid

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Frankreichs Präsident Macron in Paris
Frankreichs Präsident Macron vor der Parlamentswahl in Frankreich: © IMAGO/Aurelien Morissard

Auch Auslandsfranzosen eine wichtige Stimme bei der Parlamentswahl - und einen eigenen Wahlkreis. Dabei deutet vieles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hin.

Paris - Besonderheit bei der französischen Parlamentswahl im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland: Auslandsfranzosen haben eigene Abgeordnete, die im Parlament in Paris ihre Interessen vertreten. Elf der 577 Sitze in der Nationalversammlung sind für Abgeordnete reserviert, die „Ausländer“ repräsentieren. Der erste Wahlgang ist bereits passé. Taugt er als Prognose für die am Sonntag (12. Juni) landesweit startende Präsidentschaftswahl?

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In neun der elf Wahlkreise, in denen bereits gewählt wurde, kommt es zu einer Stichwahl. Das berichtet France24. Die Kontrahenten: Einerseits Präsident Emmanuel Macrons „Ensemble“, der Nachfolger der La République en Marche und Wahlbündnis Nupes aus Linken, Grünen, Kommunisten und Sozialisten, das der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon eingefädelt hat.

Der einzige von Macron unterstützte Kandidat, der es nicht in die zweite Runde schaffte, war Manuel Valls: von 2014 bis 2015 Premierminister unter Präsident Francois Hollande. Valls trat im Wahlkreis der iberischen Halbinsel an. Er umfasst Spanien, Portugal, Andorra und Monaco. Insgesamt gibt es elf Wahlkreise für Auslandsfranzosen. Der Umfang der Wahlkreise wird durch die Anzahl der Franzosen bestimmt, die in den entsprechenden Ländern leben. Deshalb gibt es mehrere Wahlkreise in Europa und zum Beispiel nur wenige in Asien.

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Insgesamt 16 Länder sind Teil des 7. Wahlkreises. 2012 zählte der Wahlkreis rund 140.000 Franzosen. Die mit Abstand meisten davon lebten in Deutschland, nämlich rund 110.000. Sie können in mehreren Bezirken zur Wahl gehen: in den Konsulaten von Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München, Saarbrücken und Stuttgart. Seit diesem Jahr ist auch die digitale Wahl möglich.

Im Ausland lebende Franzosen müssen sich mit einer Telefonnummer und einer Mailadresse im Wählerverzeichnis des entsprechenden Konsulats anmelden. Dann erhalten Sie ein Passwort sowie den Link zur Abstimmung. Aktuell sieht es danach aus, als ob die der bisherigen Abgeordneten Frédéric Petit (Ensemble) und Asma Rharmaoui-Claquin vom Linksbündnis Nupes in die Stichwahl gehen. (as)

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