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Jean-Claude Juncker will Premierminister in Luxemburg bleiben.

Luxemburger wählten neues Parlament

Luxemburg - Es könnte das Ende einer Ära sein: Nach der Wahl in Luxemburg bleiben die Christsozialen zwar wohl stärkste politische Kraft, könnten aber erstmals seit 1979 die Macht verlieren. Das wäre auch das Ende der mehr als 18-jährigen Regierungszeit von Jean-Claude Juncker.

Die Bürger Luxemburgs haben am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Sie entschieden damit auch über das weitere politische Schicksal des seit mehr als 18 Jahren regierenden Premierministers Jean-Claude Juncker (58) von der Christlich-Sozialen Volkspartei (CSV). Nach Schließung der Wahllokale um 14.00 Uhr sollte das mit Spannung erwartete Wahlergebnis am Abend verkündet werden.

Die CSV von Juncker, dem dienstältesten Regierungschef in der Europäischen Union, wird Umfragen zufolge trotz Verlusten wieder stärkste politische Kraft im Großherzogtum. Ungewiss war aber, ob Sozialdemokraten, Liberale und Grüne dennoch eine Koalition bilden und damit die Christsozialen in die Opposition schicken könnten. Über den Auftrag zur Regierungsbildung entscheidet Luxemburgs Großherzog Henri Anfang der Woche.

Knapp 240.000 Wahlberechtigte waren zur Stimmabgabe in mehr als 600 Wahlbüros aufgerufen. Neun Parteien schickten 540 Kandidaten für die 60 Plätze in der Abgeordnetenkammer ins Rennen. In Luxemburg herrscht Wahlpflicht: Die Beteiligung liegt daher üblicherweise bei etwa 90 Prozent.

Juncker gab seinen Wahlzettel am Mittag in Capellen im Südwesten des Landes ab. „Ich bin bei Wahlen nie nervös“, sagte er. Der sozialdemokratische Spitzenkandidat Etienne Schneider (42), bisher Wirtschaftsminister, hatte zuvor in der Hauptstadt gewählt.

Die Koalition der CSV und der sozialdemokratischen Partei LSAP war im Juli an einer Geheimdienst-Affäre um illegale Abhöraktionen zerbrochen: Die Sozialdemokraten hatten dem Regierungschef im Juli ihre Unterstützung aufgekündigt. Ursprünglich wäre das Parlament erst im Mai 2014 gewählt worden.

Die Christsozialen regieren Luxemburg seit 1945 fast ununterbrochen: Lediglich zwischen 1974 und 1979 führte der Liberale Gaston Thorn die Regierung des Großherzogtums. Seit 1984 sind die Sozialdemokraten in einer großen Koalition an der Regierung beteiligt - nur zwischen 1999 und 2004 waren sie in der Opposition.

Juncker hatte vor der Wahl gesagt, er rechne „angesichts der Gemengelage und der atmosphärischen Stimmungen“ mit Verlusten im Vergleich zum Jahr 2009: „Es wird für mich auch als Person schwieriger als dies in vorherigen Wahlgängen der Fall war. Aber wir haben trotzdem die Hoffnung und auch die Aussicht, erste Partei zu bleiben.“ Zuletzt hatte Junckers CSV im Parlament 26 von 60 Sitzen. Die Sozialdemokraten kamen auf 13 Sitze, die Liberalen auf 9 und die Grünen auf 7.

dpa

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