Gymnasialzoff im Landtag

Parteien streiten sich wegen Rückkehr zum G9

München - Der Parteienstreit um die Zukunft des bayerischen Gymnasiums wird immer schärfer. Bei einer aktuellen Stunde im Landtag gab es am Donnerstag wechselseitig Anschuldigungen.

Die Freien Wähler bekräftigten ihre Forderung an die CSU, schnellstmöglich ein Konzept für ein neunjähriges Gymnasium vorzulegen. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) wies das zurück: „Qualität geht vor Geschwindigkeit.“ Die CSU will sich bis zum Herbst Zeit lassen, ihr Konzept vorzulegen.

Am dritten Juli wird zunächst das Volksbegehren der Freien Wähler zur Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums beginnen. Die Partei will durchsetzen, dass es neben dem bestehenden G8 künftig zusätzlich auch wieder ein G9 in Bayern gibt. Die CSU müsse jetzt sagen, wie sie sich die Zukunft des Gymnasiums vorstelle, verlangte FW-Bildungspolitiker Günther Felbinger.

Seehofer: Keine schnelle Rückkehr zu G9

Eine Reform des achtjährigen Gymnasiums wird es frühestens im übernächsten Schuljahr 2015/16 geben. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) schnelle Änderungen sowohl für das laufende als auch das kommende Schuljahr aus. „Zum Schuljahr 2014/15 ändert sich überhaupt nichts“, sagte Seehofer zu der Debatte um die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums. „Zum Schuljahresbeginn können wir nichts Neues einführen. Das ist objektiv ausgeschlossen.“

Bevor die CSU sich festlegt, ob sie das neunjährige Gymnasium wieder einführt oder beim G8 bleibt, will Seehofer ausführliche Gespräche führen. „Für manche ist G9 zu lang, und für andere ist G8 zu kurz“, sinnierte der CSU-Chef. „Wir lassen uns von keinen Eintragungsfristen beeinflussen“, sagte Seehofer zum G9-Volksbegehren der Freien Wähler, das im Juli stattfinden wird.

Anders als beim Volksbegehren gegen Studiengebühren stehen die Freien Wähler dieses Mal jedoch allein, Grüne und SPD unterstützen das Volksbegehren nicht. Der CSU-Bildungspolitiker Gerhard Waschler sagte voraus, dass es schwer für die Freien Wähler werde, das Volksbegehren zum Erfolg zu führen. „Diese Bruchlandung kann Ihnen sehr wohl passieren“, sagte Waschler. SPD-Bildungsexperte Martin Güll warf den Freien Wählern vor, das Volksbegehren sei ein „totes Pferd“. Die Grünen beklagten. dass die Anliegen der Gymnasiasten in den Hintergrund gerieten. „Wir reden wenig über die Schülerinnen und Schüler“, sagte der Grünen-Bildungspolitiker Thomas Gehring.

dpa

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