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"Es ist nicht das erste Mal, dass Sie in Interviews mit Sozialdemokraten nix anderes versuchen, als uns das Wort im Mund umzudrehen", hat SPD-Chef Sigmar Gabriel am Donnerstag ZDF-Moderatorin Marietta Slomka vorgeworfen. 

Nach Zoff mit Slomka

Parteilichkeit? ZDF wehrt sich gegen Gabriel

Mainz - Nach einem Aufsehen erregenden Interview im ZDF-"heute journal" mit SPD-Chef Sigmar Gabriel zum Mitgliederentscheid über den Koalitionsvertrag mit der Union hat sich der Sender gegen den Vorwurf der Parteilichkeit zur Wehr gesetzt.

Dies habe Moderatorin Marietta Slomka "entschieden und mit Recht" zurückgewiesen, erklärte "heute journal"-Redaktionsleiterin Anne Reidt am Freitag in Mainz. In dem Interview sei es "hart zur Sache und um die Sache" gegangen. "Argumentativer Schlagabtausch und Verbalgefecht sind Instrumente des politischen Journalismus", erklärte Reidt.

Slomka hatte mit Gabriel am Donnerstagabend im "heute journal" über den Mitgliederentscheid gesprochen und dabei auch die Frage nach dessen Verfassungsmäßigkeit aufgeworfen.Der SPD-Chef wies dies als "Quatsch" zurück und begründete es unter anderem damit, dass bei der CDU nur der Vorstand entscheide.

Nach einem Aufsehen erregenden Interview im ZDF-"heute journal" mit SPD-Chef Sigmar Gabriel

Das steht im Koalitionsvertrag

In dem zunehmend hitzigen Interview warf er Slomka schließlich auch vor, es sei "nicht das erste Mal, dass Sie in Interviews mit Sozialdemokraten nichts anderes versuchen, als uns das Wort im Mund umzudrehen". Slomka erwiderte darauf: "Herr Gabriel, Sie werden mir jetzt bitte nichts unterstellen."

Die SPD-Basis wird Anfang Dezember in einem Mitgliedervotum über den Koalitionsvertrag abstimmen. Das Ergebnis soll am 14. oder 15. Dezember vorliegen. In den kommenden Tagen will die SPD-Parteispitze unter anderem auf Regionalkonferenzen um die Zustimmung ihrer Basis werben. Gabriel warb am Donnerstagabend auf einer Konferenz im hessischen Hofheim für die Einigung mit CDU und CSU. Am Rande dieser Veranstaltung fand das "heute journal"-Interview statt.

AFP

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