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Ein Pfleger hält in einem Pflegeheim die Hand einer Bewohnerin. Foto: Oliver Berg

Ungleichheiten beseitigen

Patientenschützer: Defizite bei der Pflege im Heim

Ob im Pflegeheim, im Hospiz oder zu Hause: Für Menschen in der letzten Phase ihres Lebens fällt die Betreuung und finanzielle Zuwendung unterschiedlich aus, je nachdem, wo sie versorgt werden.

Berlin (dpa) - Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat Defizite bei der Versorgung Pflegebedürftiger in Heimen beklagt.

Unter anderem würden Sterbende in Pflegeheimen schlechter gestellt als in Hospizen, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

In den 13 600 stationären Pflegeeinrichtungen sterben nach Bryschs Angaben jährlich schätzungsweise 340 000 Menschen. Davon benötigten 60 Prozent oder gut 200 000 Menschen palliative Sterbebegleitung. In den 230 stationären Hospizen sterben danach 25 000 Menschen. Dort aber würden von den Sozialkassen monatlich rund 8300 Euro pro Person aufgewendet, im Pflegeheim gebe es dafür nur bis zu 2005 Euro. "Das ist zutiefst ungerecht", sagte Brysch.

Er kritisierte zudem Ungerechtigkeiten in der medizinischen Behandlungspflege. Bei Patienten daheim trügen die Krankenkassen dafür die Kosten. Bewohner im Pflegeheim müssen Kosten für Medikamentengabe, Blutdruckmessung oder Wundversorgung selbst tragen. "Durchschnittlich sind das für jeden Pflegeheimbewohner 475 Euro monatlich. Die 800 000 Bewohner zahlen hier also über drei Milliarden Euro pro Jahr aus eigener Tasche. So macht Pflege arm."

Für fast die Hälfte der Deutschen sind nach Bryschs Worten Fragen zu Pflege und Leben im Alter wahlentscheidend. "Wir wollen wissen, wie die Parteien es vor der Bundestagswahl mit diesen Themen halten, was sie konkret für schwerstkranke, pflegebedürftige und sterbende Menschen erreichen wollen", sagte er und wies darauf hin, dass die Stiftung einen entsprechenden Fragenkatalog an die im Bundestag vertretenen Parteien geschickt habe.

Wahlprüfsteine der Stiftung

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