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Öffentlich-rechtlicher Rundfunk unter Druck: Schlesinger-Skandal lässt die Sender beben

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Von: Georg Anastasiadis

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Patricia Schlesinger
Patricia Schlesinger bei einem dpa-Interview. Nach ihrem Rücktritt berät der RBB über das weitere Vorgehen. © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Der Skandal um die ehemalige ARD-Chefin Schlesinger schalte dem Image der Rundfunkanstalten immens. Eine Debatte über Verbesserungen ist dringend notwendig, kommentiert Georg Anastasiadis.

Berlins Luxus-Intendantin Patricia Schlesinger ist weg, Einsicht oder gar Schuldbewusstsein hat die ARD-Chefin bis zum Schluss nicht gezeigt. Aufklären müssen den Fall jetzt die Staatsanwälte, weil beim Rundfunk Berlin-Brandenburg alle internen Kontrollinstanzen versagt haben. Nicht mal der Umbau der Intendantin-Etage für angeblich 600.000 Euro stieß dort auf Interesse, geschweige denn die gut dotierten Beraterverträge für ihren Mann und die horrenden Spesenabrechnungen der Chefin.

Alle News zum Skandal finden Sie in unserem News-Ticker zu Patricia Schlesinger.

Skandal bei den Öffentlich-Rechtlichen: „Mangelhafte Aufsicht und Arroganz“

Der Skandal erschüttert das System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland, weil er dessen Schwächen gnadenlos offenlegt: das oft unterentwickelte Kostenbewusstsein, die mangelhafte Aufsicht und die Arroganz einer Institution, die sich aus zwangsweise erhobenen Gebühren finanziert und niemandem Rechenschaft ablegen zu müssen glaubt. Diese Arroganz passt gut zu dem in manchen Sendehäusern gepflegten Erziehungsjournalismus, der strenge Maßstäbe am liebsten bei anderen anlegt und dessen Herz im Zweifel links schlägt.

All das ist nicht wirklich neu, lange schon gärt der Unmut bei vielen Bürgern über die Rundfunkanstalten, ihre ausufernden Angebote, den üppigen Geldbedarf und ihre übermäßige Staatsnähe. Wenn darüber nicht in Vergessenheit geraten soll, dass die Sender, wenn sie ihre Aufgabe richtig verstehen, Garanten für hochwertigen Journalismus und verlässliche Information sind, muss der Fall Schlesinger Auslöser einer Debatte sein, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk besser werden kann.

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