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In der deutschen Parteienlandschaft ist viel Bewegung drin.

Potenzial der Parteien 

Paukenschlag in Umfrage: Deutsche überraschen bei Grünen und AfD

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Umfrage-Überraschung nach der Thüringen-Wahl: Laut INSA sind die Grünen derzeit für so viele Wähler eine Option wie keine andere Partei - und was ist mit der AfD?

  • INSA hat für die Bild-Zeitung ermittelt, welche Parteien die Deutschen theoretisch wählen würden. 
  • Es geht hierbei nicht um eine konkrete Wahlabsicht bei der nächsten Bundestagswahl, sondern um die Einstellung gegenüber den Parteien grundsätzlich. 
  • Hierbei wird ermittelt, welches maximale Potenzial eine Partei an Wählerstimmen erreichen kann, wenn Personal und Inhalt stimmen.

Berlin - Die Volksparteien CDU und SPD scheinen stetig im Niedergang begriffen - ebenso wie ihre GroKo, deren Rückhalt in der Bevölkerung schwach ist. Nach der personellen Selbstdemontage der Sozialdemokraten toben nun die Machtkämpfe in der CDU. Bei der Landtagswahl in Thüringen kamen beide Parteien zusammen nur auf 30 Prozent. Fragt man die Wähler jedoch, ob sie sich noch vorstellen könnten diese Parteien zu wählen, kommt man zu einem überraschenden Ergebnis. 

Ein Drittel der Deutschen würde die SPD noch immer wählen

Das Forschungsinstitut INSA hat für die Bild-Zeitung eine Potenzial-Analyse der Parteien erstellt. Demnach könnten CDU/CSU auf maximal 41 Prozent der Wählerstimmen kommen, die SPD immerhin noch auf 33,5 Prozent. Spannend auch, dass es ausgerechnet die SPD ist, die am wenigstens Abneigung erzeugt in der Wählerschaft: Nur 23 Prozent würden hier keinesfalls ihr Kreuz setzen, bei der Union und den Grünen sind es jeweils 25 Prozent, bei der AfD gar 69 Prozent. 

Parteien-Umfrage: Fast jeder Fünfte würde für die AfD stimmen

Die AfD kommt andererseits aber auf ein maximales Potenzial von 19,5 Prozent. Fast jeder fünfte Deutsche kann sich also theoretisch vorstellen, diese Partei zu wählen. Interessant hierbei: Die AfD liegt derzeit bei rund 15 Prozent in aktuellen Umfragen, holt also aus ihrem Potenzial sehr viel heraus.

Massives Höhenflug-Potenzial haben weiterhin die Grünen - auch nach ihrem Dämpfer bei der Thüringen-Landtagswahl. Satte 43 Prozent der Deutsche würden unter Umständen für die Ökopartei stimmen, keine andere Partei kommt auf so einen hohen Wert. 

Umfrage: Ein Viertel würde sozialistisch stimmen - ein anderes Viertel marktliberal

Überraschend hoch auch das Potenzial der Linken und der FDP, die für konträre Wirtschaftsmodelle stehen. Jeweils knapp ein Viertel der Deutschen würden gegebenenfalls entweder die Sozialisten oder die Marktliberalen wählen. 

Insgesamt zeigt die Analyse, wie viel Bewegungspotenzial aktuell in der deutschen Parteienlandschaft steckt. Union und SPD könnten unter besten Bedingungen wieder fast zu alter Stärke finden. Andererseits scheinen die Wähler weitaus flexibler als in früheren Zeiten. Die Grünen sind für viele eine attraktive Option geworden, die AfD dagegen polarisiert die Wählerschaft extrem. 

Lesen Sie hierzu auch: Düstere Prognose für die Grünen - Parteienforscher sieht Dilemma

Wenn am Sonntag tatsächlich Bundestagswahl wäre...

Wenn am Sonntag tatsächlich Bundestagswahl wäre, würden CDU/CSU derzeit zwischen 26 (INSA) bis 29 Prozent (Emnid) erhalten. Die Grünen dürfen mit 23 (INSA) bis 20 Prozent (Emnid) rechnen. Die SPD bleibt bei 13,5 bzw. 15 Prozent im Umfragekeller. Die AfD bewegt sich bei 15,5, bis 14 Prozent. FDP und Linke kommen jeweils auf rund 7 bis 9 Prozent derzeit.

Laut einer aktuellen Insa-Umfrage verlieren die Grünen allerdings an Zustimmung. Eine andere Partei überrascht derweil mit Zugewinnen. Derweil wird Angela Merkel vom ersten Platz als beliebteste Politikerin gestoßen - ausgerechnet von links.

Die AfD verklagt Markus Söder - wegen der bayerischen "Bienen"-Gesetze, berichtet merkur.de*. Für einen Eklat sorgte Beatrix von Storch mit einer heftigen Geste im Bundestag.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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Kommentare

GutmenschAntwort
(0)(0)

Von Deutschland 1933 wollen wir lieber nicht reden.

PaulAntwort
(0)(0)

Zumindest nicht mit Deutschland 2019...

P.ReinikeAntwort
(0)(0)

Daß Sie den Hintergrund vielleicht nicht ganz präzise entschlüsseln, darauf gibt Ihre Schreibweise einen Hinweis: Halloween schreibt sich nicht "Helloween" und kommt daher nicht von Hellokitty. Nicht ganz banal. Denn es leitet sich von "All Hallows’ Eve" ab, also der Abend vor "Allerheiligen". Es hat mit Tod, dem Reich der Toten und Verfall zu tun und daher gehen in der Symbolik alle Farben, die sich damit verbinden. Grün symbolisiert das Toxische in Krankheit, Tod und Hexerei und selbstverständlich gehen auch alle anderen blass-helleren und insbsondere düsteren Farben, die rot ausschließen.

Und daß sich das nun mit Peter Pan und Robin Hood Auftritten verselbständigt hat, insbesondere in unserem Kulturkreis, aus dem das nicht stammt, ist neben der kindlichen Kostümierungsfreude doch nachvollziehbar. Und die wilde Konsumpalette spielt auch eine Rolle. Wäre auch interessant, wie das im Frankenstein Buch von Mary Shelley farblich illustriert wird. Auch dort wird aber meist auf die klassische Farbsymbolik zurückgegriffen, wie selbst bei den Filmen der Marvel Reihe.

Als Halloween-Metapher für das Toxische Grün im Grünen passt es doch wunderbar...)