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Peer Steinbrück wurde Opfer eines Erpressungsversuch

Putzhilfe war ein "Geschenk"

Neue Details über Steinbrück-Erpressung

Berlin - Die versuchte Erpressung von Kanzlerkandidat Steinbrück hat die SPD in Aufregung versetzt. Nun wurden neue Details bekannt. Partei-Chef Gabriel sprach von einer "Schmutzkampagne".

Ein Unbekannter hat Peer Steinbrück mit Enthüllungen über eine angeblich schwarz beschäftigte Putzhilfe gedroht und forderte ihn zur Aufgabe seiner Kandidatur auf, hieß es am Wochenende in der SPD. Steinbrück schaltete die Polizei ein.

Steinbrück bezeichnete den Erpressungsversuch als "jenseits meiner Vorstellungskraft". Der einzige Weg, damit umzugehen, sei alles offenzulegen und die Polizei einzuschalten, sagte er in Erfurt. "Es wird mich in meinem Wahlkampf nicht beeinflussen", fügte er hinzu. Die Polizei in Steinbrücks Wohnort Bonn nahm Ermittlungen auf, nachdem ein Personenschützer des SPD-Kandidaten Anzeige erstattet habe, sagte ein Polizeisprecher.

Die Bild (Samstagsausgabe) hatte den Erpressungsversuch publik gemacht. Der Erpresserbrief sei an Steinbrücks Frau Gertrud adressiert gewesen, berichtete das Blatt. Der anonyme Absender habe gefordert, sie solle "Ihren Mann im Stillen dazu bewegen, seine Kanzlerkandidatur bis zum 10. September aus persönlichen Gründen niederzulegen".

Gertrud Steinbrück sagte der Zeitung: "Die Bürgerinnen und Bürger können gewiss sein, und gerade der oder die Täter sollen wissen: Steinbrücks sind nicht erpressbar und lassen sich auch nicht erpressen."

Nach Gertrud Steinbrücks Darstellung war die Putzhilfe 1999 bei ihrer in Bonn lebenden Mutter Marie-Luise beschäftigt, die 2003 gestorben ist. Peer Steinbrück war wenige Monate zuvor Wirtschaftsminister in Nordrhein-Westfalen geworden, seine Familie war deshalb nach Bonn umgezogen.

Da Gertrud Steinbrück durch ihre Berufstätigkeit und den Umzug stark belastet gewesen, habe ihre Mutter ihr "zum Einzug geschenkt, dass ihre Putzhilfe für ein halbes Jahr einmal in der Woche bei uns sauber machen sollte", sagte Gertrud Steinbrück der Bild-Zeitung. Die Putzhilfe sei danach für Peer Steinbrück tätig geworden.

Über die Bezahlung sagte Gertrud Steinbrück der Zeitung: "Ich zahlte sie für die bei mir abgeleisteten Stunden aus und rechnete das jeweils mit meiner Mutter ab." Dass ihr Mann nun deswegen erpresst wird, "ist infam und macht mich fassungslos". Bei der Putzhilfe handelte es sich um eine Philippinerin, die mit einem Gärtner der philippinischen Botschaft verheiratet gewesen sein soll. Peer Steinbrück hatte die Frau nach eigenen Angaben nie kennengelernt.

Peer Steinbrück: Klare Kante und loses Mundwerk

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SPD-Chef Gabriel sagte Steinbrück jede Unterstützung zu. "Dieser Erpressungsversuch ist bisher der absolute Tiefpunkt in diesem Wahlkampf", sagte Gabriel der Bild am Sonntag. Gabriel deutete an, dass er politische Motive bei dem Erpresser vermute: "Eine 14 Jahre alte Geschichte, mit der Peer Steinbrück nichts zu tun hatte, 14 Tage vor der Wahl hoch zu ziehen, ist wirklich schmutziger Wahlkampf."

Gabriel fügte hinzu: "Die ganze SPD steht hinter Peer Steinbrück und seiner Familie." Peer Steinbrück sei nicht erpressbar. Steinbrück selbst sagte, er wisse nicht, ob der Erpresser politische Motive habe: "Das kann ich nicht ermessen."

AFP

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