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Die Wirmer-Flagge - von Pegida-Anhängern missbraucht.

Missbrauchtes Symbol

Ob Pegida wohl weiß, wessen Fahne sie da schwenkt?

München - Ob Dresden, Köln, Berlin oder eben München: Der Pegida-Anhänger liebt die Fahne. Nicht nur die Deutsche, nein, auch die eines NS-Widerstandskämpfers, die "Wirmer-Fahne".

Sie sieht ein wenig wie die norwegische Flagge aus, die "Wirmer-Fahne". Die Fahne, die die Pegidisten für sich als Symbol entdeckt haben. Sie zeigt ein schwarzes, golden eingefasstes Kreuz (das sogenannte Philippuskreuz) mit leicht zum Mast verschobenem Querbalken auf rotem Grund. Kreiert hat es 1944 der katholische Jurist Josef Wirmer. 

Josef Wirmer, 1901 - 1944.

Der Zentrumspolitiker gehörte zum Unterstützerkreis des Attentats auf Adolf Hitler durch Graf von Stauffenberg. Die Fahne war als Nationalsymbol für die Nachkriegszeit gedacht gewesen. Wirmer selbst war für diese Zeit als Reichsjustizminister eingeplant. Doch so weit sollte es nicht kommen. Das Attentat vom 20. Juli 1944 schlug fehl, bereits am 4. August wurde Wirmer festgenommen und ins Konzentrationslager Ravenbrück gesteckt.  Am 8. September fiel das Urteil "Tod durch den Strang", welches schon zwei Stunden später vollstreckt wurde.

Josef Wirmer, der sich selbst zu Lebzeiten als "tief religiös" beschrieb, bot auch dem "Präsidenten des Volksgerichtshofes", Roland Freisler, die Stirn. Als dieser ihn während der Verhandlung verhöhnte und ihm prophezeite, er werde "bald zur Hölle fahren", entgegnete Wirmer: "„Es wird mir ein Vergnügen sein, wenn Sie bald nachkommen, Herr Präsident.“

Ob Pegida wirklich weiß, wessen Fahne sie da schwenken? Zweifel scheinen mehr als angebracht ...

Andrew Weber

 

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