Der Abendverkehr wälzt sich in Peking zwischen Hochhäusern durch die Straßen
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Blick auf die Metropole Peking in der Abenddämmerung

Chinas Hauptstadt im Wandel

Peking: Geschichte und Rolle als Hauptstadt Chinas

Peking ist das Kultur- und Wirtschaftszentrum Nordasiens. Die Stadt hat eine mehr als tausendjährige Geschichte.

  • Die Millionenstadt Peking ist das Zentrum von Wirtschaft, Kultur und Politik in China.
  • In der Region Peking siedelten schon vor über 80.000 Jahren Menschen und die Stadt ist mindestens 3.000 Jahre alt.
  • In der Stadt wohnen 21,7 Millionen Menschen in Wolkenkratzern, geschlossenen Vierteln und traditionellen chinesischen Hutongs.

Peking – Peking ist die Hauptstadt Chinas und mit 21,7 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. In der Stadt herrscht ein gemäßigtes Kontinentalklima mit trockenen kalten Wintern und regenreichen, heißen Sommern. Trotzdem gibt es besondere Wetterphänomene wie Sandstürme. Auf der Weltuhr ist Peking der Mitteleuropäischen Sommerzeit sechs Stunden voraus.

Die Metropole ist das Verwaltungs- und Regierungszentrum des Landes. Auch historisch war die Stadt immer wieder - wenn auch nicht durchgehend - Sitz verschiedener Kaiserdynastien. Die Stadt wurde rechtwinklig angelegt - mit dem Kaiserpalast „Verbotene Stadt“ im Zentrum. Mao Zedong ließ nach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei auch die sozialistischen Regierungsgebäude im Stadtinneren bauen - direkt neben dem alten Kaiserpalast. Die modernen Geschäftsviertel der Neuzeit sind in den vergangenen Jahrzehnten um die Innenstadt herum emporgewachsen.

Peking ist eine der interessantesten Metropolen der Welt und hat eine Menge an Kultur zu bieten. Die größten Probleme der Stadt sind die Luftqualität und die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt - auch wenn sich beides in den letzten Jahren bereits verbessert hat.

Peking: Geschichte und Rolle als Hauptstadt Chinas

Peking ist als Hauptstadt Chinas das Zentrum von Politik und Kultur. Die Stadt blickt auf eine über 3.000-jährige Geschichte zurück und war für viele Dynastien bis zum Beginn des 20. Jahrhundert Sitz des Kaisers. Auch Mao machte Peking zur Hauptstadt der Volksrepublik China und ließ dort Regierungsbezirke im sozialistischen Stil anlegen - Kernstück ist die „Große Halle des Volkes“ am Platz des Himmlischen Friedens.

Durch Immigration aus den ländlichen Regionen Chinas wächst Peking stetig und hat inzwischen über 21 Millionen Einwohner. Die Stadt steht heute vor großen Herausforderungen und verändert sich rasant. Immer mehr Menschen strömen in die Stadt und kommen in neuen Vierteln und Satellitenstädten um Peking herum unter. Die chinesische Regierung arbeitet mit Priorität daran, die Lebensqualität in der Hauptstadt weiter zu verbessern. Neue Gesetze sorgen beispielsweise für eine verbesserte Luftqualität. Außerdem hat Peking seinen Verkehr neu geplant und immer mehr Parks und Grünflächen angelegt.

Peking: Das Wetter in Chinas Hauptstadt

Peking liegt ungefähr auf dem Breitengrad von Ankara, der Hauptstadt der Türkei. In dieser Region Chinas herrscht gemäßigtes, kontinentales Klima mit warmen, regenreichen Sommern und kalten, trockenen Wintern. Die Durchschnittstemperatur beträgt im Sommer 30,8 Grad und im Winter 1,6 Grad. Nachts fallen die Temperaturen durchschnittlich um zehn Grad gegenüber den Tageshöchstwerten. Eine Besonderheit sind die feuchten Sommermonate. Ein Großteil des Pekinger Niederschlags fällt zwischen Juni und August und sorgt dann für ein schwüles und manchmal fast tropisches Klima. In dieser Zeit kommt es häufig zu schweren Unwettern.

Im Winter wehen oft kalte Winde aus der inneren Mongolei und über die nordchinesische Tiefebene durch die Großstadt. Dann kann die gefühlte Temperatur auf minus 20 Grad fallen. Im Frühjahr bringt Westwind aus der Wüste Gobi immer wieder Sandstürme nach Peking. Der Sand färbt den Himmel und die Luft dunkelgelb und kann in schweren Fällen die ganze Stadt lahmlegen. Zum Schutz vor Sandstürmen investiert die chinesische Regierung große Summen in Mauern und Windbrecher.

Peking: Oder doch Beijing?

Chinas Hauptstadt hat in der westlichen Umschrift zwei Namen, Beijing und Peking. Beides bedeutet „Nördliche Hauptstadt“. Das liegt an den verschiedenen Systemen, mit denen Sprachwissenschaftler Laute in andere Alphabete übertragen. So entsteht die Möglichkeit, chinesische Worte mit dem lateinischen Alphabet zu schreiben. Mit ihrem Übersetzungssystem entwickelten Thomas Wade und Herbert Giles 1912 den Begriff „Peking“ für die chinesische Hauptstadt. Später entstand eine offizielle Umschrift namens Pinyin, die sich näher an der Aussprache der Amtssprache Mandarin orientiert. In dieser Umschrift heißt die Stadt „Beijing“.

In Deutschland wird vielfach noch die frühere Umschrift „Peking“ verwendet - im Englischen aber dominiert heute „Beijing“.

Peking: Die Geographie

Peking liegt im Nordwesten Chinas. Sie ist eine provinzunabhängige Stadt (wie etwa Berlin oder Hamburg) und von der Provinz Hebei umgeben. Peking ist Regierungssitz Chinas und beheimatet Ministerien, sowie die obersten Gremien von Partei und Militär. In Peking stehen auch die wichtigsten Universitäten, Krankenhäuser, Forschungsinstitute und Museen Chinas. Die Stadt besteht aus einer Kernstadt, einer Metropolregion und einem Außengürtel mit Vorstädten und dünn besiedelten ländlichen Siedlungen. Die gesamte Fläche des Stadtstaates Peking entspricht der Fläche von Thüringen.

Peking liegt 63 Meter über dem Meeresspiegel und wird von den Bergen des mongolischen Plateaus umringt. Die Ebene, in der Peking liegt, wird immer wieder von Erdbeben erschüttert. Das liegt an der Verschiebung der indischen Kontinentalplatte, die sich mit vier Zentimetern im Jahr nach Norden bewegt. 1976 ereignete sich in der nahen Stadt Tangshan eines der schwersten Erdbeben der Geschichte Chinas mit rund 200.000 Toten. Um eine solche Katastrophe in Zukunft zu verhindern, setzt China auf Frühwarnsysteme und spezielle Bautechniken.

Peking: Die Geschichte von Chinas Hauptstadt

Schon in der Frühgeschichte siedelten die Vorfahren des modernen Menschen in der Region des heutigen Peking. Das belegen Fossilien, die mindestens 80.000 Jahre alt sind. Vor 5.000 Jahren errichteten Menschen die ersten dauerhafte Siedlungen, die über die Jahrtausende zu einer Stadt anwuchsen. Die erste Urkunde dieser frühen Stadt stammt aus dem Jahr 1000 vor der heutigen Zeitrechnung. Peking hieß damals „JI“ und war Heimat der Zhou-Dynastie. In den folgenden 3.000 Jahren regierten verschiedene Dynastien von hier aus Teile des Reiches oder auch ganz China - und verliehen ihrer Hauptstadt unterschiedliche Namen:

  • Zhuojun
  • Youzhou
  • Fanyang
  • Yanjing

1408 gab Kaiser Yongle der Ming-Dynastie der Stadt den Namen Peking, nachdem er den Sitz aus Nanking - der „südlichen Hauptstadt“ - in den Norden verlegt hatte. Yongle ließ die Verbotene Stadt bauen und löste eine Blütezeit aus. Bis 1800 dauerte der kulturelle und wirtschaftliche Aufschwung Pekings an. Danach war die Stadt immer wieder Ziel von Angriffen, vor allem durch Briten und Franzosen. Nach Gründung der Republik China im Jahr 1912 dankte der letzte chinesische Kaiser Puyi ab. Danach regierten unterschiedliche militärische Gruppen die Hauptstadt. Erst nach Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 kehrten wieder geordnete Verhältnisse ein. 

Peking: Kulturhauptstadt mit uralter Geschichte

Peking ist auch kulturelles Zentrum von China. Eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten ist der Kaiserpalast, die Verbotene Stadt. Die imposante Anlage mit ihren geschwungenen gelben Dächern ist über 600 Jahre alt und beherbergte noch bis 1911 den chinesischen Kaiser, seine Großfamilie, Konkubinen, hohe Beamte, Eunuchen und Bedienstete. Die Chinesische Mauer verläuft in Teilen unweit von der Stadt und ist somiet eine weitere Attraktion der Stadt. In Peking finden Besucher auch den größten Platz der Welt. Der Tian‘anmen-Platz bietet Raum für eine Million Menschen und ist immer wieder Schauplatz von Festen und öffentlichen Veranstaltungen - war aber auch Schauplatz der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung von 1989.

Chinas Hauptstadt beherbergt die wichtigsten Museen für chinesische Kunst und archäologische Funde. Als Zentrum Chinas ist Peking auch die kulinarische Hauptstadt des Landes. Alle Küchen Chinas, Asiens und ein Großteil der westlichen Küchen finden in Peking Platz. Besonders wichtig für Pekings Kultur sind die kleinen Teeküchen und Straßencafés, die einen wichtigen Beitrag zur großen kulinarischen Vielfalt Pekings liefern.

Peking: Die Bevölkerung in der Millionenstadt

In der Innenstadt Pekings leben 7,7 Millionen Menschen. Zur Stadt gehören außerdem Vororte und Satellitenstädte. Alle Einwohner der gesamten Region Peking zusammengenommen umfassen 21,7 Millionen Menschen. Nicht alle Einwohner Pekings sind jedoch dauerhaft in der Stadt. Wer in Peking leben möchte, beantragt dies bei der örtlichen Behörde und erhält dann zumeist eine befristete Aufenthaltsgenehmigung. 13,5 Millionen Menschen leben dauerhaft in Peking. Die restlichen 8,2 Millionen leben mit einer befristeten Genehmigung nur temporär in der Hauptstadt. Hinzu kommen ungefähr 1,1 Millionen Wanderarbeiter, die meist ohne Registrierung und nur für kurze Zeiträume in der Stadt leben und arbeiten.

In Peking leben vor allem Han-Chinesen, die in China die größte Bevölkerungsgruppe bilden. Knapp 2 Prozent sind Mandschu und 1,7 Prozent muslimische Hui. In Peking leben außerdem viele Koreaner und Mongolen, die ihre Sprache, Kultur und Essgewohnheiten in die Hauptstadt bringen.

Peking: Wohnen in Chinas Hauptstadt

Die meisten Menschen in Peking leben in Hochhäusern, von denen viele mehr als 20 Stockwerkenhaben. Die wichtigsten modernen Wohngebiete sind Wangjing im Nordosten und Huilonguan im Nordwesten. Hier liegt die Bevölkerungsdichte deutlich höher als in anderen Gebieten der Stadt und kann bis zu 5.500 Einwohner pro Quadratkilometer betragen. Um die Wohnsituation zu entspannen, baut die chinesische Regierung in den nächsten Jahren neue Satellitenstädte um Peking herum, in denen mehrere Millionen Menschen leben können.

Neben Hochhäusern gibt es auch die sogenannten Compounds. Das sind bewachte Wohnviertel mit eigener Infrastruktur. Ein Compound ist ein kleiner Mikrokosmos mit Schulen, Grünanlagen und einem zentralen Gemeindezentrum für die Bewohner. Einige Einwohner Pekings wohnen noch heute in Hutongs, den traditionellen chinesischen Häusern. Ein Hutong besteht aus vier Gebäuden, die einen quadratischen Innenhof umschließen. Ihre Architektur entspricht den Regeln des Fengshui. Auch Regeln aus der Lehre von Konfuzius fließen in den Bau ein. Beispielsweise muss der Wohnraum und der Schlafraum des Familienoberhauptes so liegen, dass dort am meisten Sonnenlicht einfällt.

Peking: Die aktuelle Lage

Peking steht heute vor zahlreichen Herausforderungen. In der Stadt muss neuer Wohnraum entstehen, um Platz für die wachsende Bevölkerung zu bieten. Auch der Verkehr verändert sich. Um die Luftqualität zu verbessern, entstehen unter anderem Radspuren. Passend dazu gibt es inzwischen ein flächendeckendes Verleihsystem für Fahrräder. Um den öffentlichen Nahverkehr zu stärken, baute Peking zwischen 2008 und 2010 14 neue U-Bahn-Linien. Das Streckennetz wird seitdem immer weiter ausgebaut. Der Kampf gegen den Smog ist eine der wichtigsten Aufgaben der chinesischen Regierung. Jahrelang konnten Pekings Bewohner im Winter keinen blauen Himmel sehen.

Durch konsequentes Durchgreifen und ein umfassendes Programm verbesserte Peking seine Luftqualität. Die Feinstaubwerte sanken innerhalb weniger Jahre um über 50 Prozent.

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