Papst Franziskus steht vor der Independence Hall, um in Philadelphia eine Rede zu halten.
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Dank historischer Sehenswürdigkeiten wie der Independence Hall spielt Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania eine bedeutende Rolle im Inlandstourismus.

Die Wiege der Vereinigten Staaten

US-Bundesstaat Pennsylvania: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

Pennsylvania war früher Zentrum der US-amerikanischen Stahlproduktion. Zwischen den beiden Großstädten Philadelphia im Südosten und Pittsburgh im Nordwesten ist der Staat ländlich geprägt.

  • Pennsylvania gehörte 1776 zu den 13 Kolonien, die ihre Unabhängigkeit erklärten.
  • Der Staat trägt den Namen des Gründervaters William Penn.
  • Politisch wird Pennsylvania zu den Swing States gezählt.

Philadelphia – Im Westen das Stahl- und Kohlerevier um Pittsburgh, im Osten das geschichtsträchtige Philadelphia und dazwischen endlose Wälder und Agrarflächen: Diese Gegensätze prägen den US-Bundesstaat Pennsylvania.

Pennsylvania: Gründung durch William Penn und erste Hauptstadt

Im 17. Jahrhundert siedelten zunächst niederländische und schwedische Auswanderer am fruchtbaren Delaware River, ehe die Region 1664 an die britische Krone fiel. König Charles II. übertrug eine große Landfläche an William Penn, der die friedliebende Sekte der Quaker anführte und mit seinen Anhängern in die neue Welt übersiedeln wollte. Das Land erhielt seinen Namen: Pennsylvania, eine poetische Form von „Penns Wald“. 1682 folgte die Gründung der Stadt Philadelphia als Hauptstadt der neuen Kolonie. Als erste Stadt wurde sie schachbrettartig zwischen dem Delaware und dem Schuylkill River angelegt.

Philadelphia wurde im 18. Jahrhundert Treffpunkt der Revolutionäre um Benjamin Franklin und George Washington. Sie entwarfen hier 1776 die Unabhängigkeitserklärung und 1787 die amerikanische Verfassung. Bis zur Fertigstellung des neuen Regierungssitzes Washington 1800 diente Philadelphia als Hauptstadt des jungen Landes.

Während des US-Bürgerkriegs im 19. Jahrhundert war Pennsylvania Schauplatz einer der berühmtesten Auseinandersetzungen der amerikanischen Geschichte – der Schlacht von Gettysburg. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich der Staat zu einem bedeutenden Industriestandort und bildete das östliche Ende des sogenannten „Rust Belt“ oder „Manufacturing Belt“ der USA.

Pennsylvania: Geografie und bekannte Städte

Die Geografie von Pennsylvania wird von mehreren größeren Flüssen geprägt: Im Osten durchfließt der Delaware River Philadelphia. Die Mitte des Bundesstaates wird vom Susquehanna River durchzogen, an dem auch die Hauptstadt Harrisburg liegt. Pittsburgh entstand auf einer Halbinsel, in der sich der Monongahela und der Allegheny River zum Ohio River vereinen. Die früher „Steel City“ genannte Industriestadt konnte den Strukturwandel erfolgreich bewältigen und wurde mehrfach zu einer der lebenswertesten Städte der USA gekürt.

Die Metropole Philadelphia ist mit 1,6 Mio. Einwohnern die mit Abstand größte Stadt des Bundesstaates und ihr wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Dank historischer Sehenswürdigkeiten wie der Independence Hall und der Liberty Bell spielt sie eine bedeutende Rolle im Inlandstourismus.

Pennsylvania und seine Bevölkerung

Über 75% der Bevölkerung von Pennsylvania bezeichnet sich als Weiß. Der Anteil der Schwarzen liegt bei knapp 12% und konzentriert sich auf die Großstädte. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts steigt vor allem die Zahl der hispanischen Einwohner, die jedoch weiterhin einen Anteil von nur 7,8% an der gesamten Bevölkerung haben.

In den ländlichen Gebieten von Pennsylvania leben bis heute rund 80.000 Anhänger der Amish-Gemeinschaft, die an einem traditionellen Lebensstil ohne Elektrizität und andere moderne Annehmlichkeiten festhält. Sie stammen ursprünglich aus der Schweiz und dem Elsass und viele sprechen bis heute eine Form des Deutschen, die als „Pennsylvania Dutch“ bezeichnet wird.

Pennsylvania: Wirtschaft und Wahlen

Pennsylvania ist bis heute Zentrum der verbliebenen amerikanischen Stahlverarbeitung geblieben. Berühmte Firmen des Bundesstaates sind H.J. Heinz, Hersteller des gleichnamigen Ketchups, und Hershey‘s, die bekannteste Schokoladenmarke der USA. Mit dem Niedergang der traditionellen Wirtschaft und Industrieproduktion setzte Pennsylvania zunehmend auf den Dienstleistungs- und Finanzsektor. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 803 Milliarden US-Dollar belegte der Staat im Jahr 2018 den sechsten Platz unter den US-Bundesstaaten.

Politisch gilt Pennsylvania als klassischer Swing State mit wechselnden Mehrheiten. Bei den ersten Wahlen im 21. Jahrhundert konnten sich die demokratischen Kandidaten John F. Kerry (2004) und Barack Obama (2008 und 2012) jeweils die Mehrheit sichern. 2016 wendete sich das Blatt: Donald Trump gewann die Stimmen der Wahlmänner mit einer knappen Mehrheit von 48,6% zu 47,8%. Ob Trump sich auch dieses Jahr hier die Wahlmänner (20) sichern kann, zeigt Ihnen unser Artikel zu den aktuellen Daten der Umfragen.

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