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US-Soldaten in Afghanistan.

Pentagon: Afghanistan-Einsatz nur mäßiger Erfolg

Washington - Das US-Verteidigungsministerium zieht trotz der massiven Truppenaufstockung nur eine verhaltene Erfolgsbilanz des Afghanistan-Einsatzes während der vergangenen Monate.

Die Fortschritte im Land seien “unausgewogen“, wobei es mit Blick auf Sicherheit und Regierungsstrukturen lediglich “moderate“ Zugewinne gebe, heißt es in einem Pentagon-Bericht für den US-Kongress, der am Dienstag (Ortszeit) vorgelegt wurde. Der Report, der zweimal im Jahr erstellt wird, betrachtet den Zeitraum von April bis September.

Nach wie vor gebe es “bedeutende Herausforderungen“, allerdings zeigten sich auch “Anzeichen von Fortschritt“. So komme die Entwicklung der Region um die Hauptstadt Kabul voran. Die Wirtschaftslage bessere sich langsam. Die Zunahme der Gewalt in den vergangenen Monaten sei vor allem auf die zusätzlichen Truppen zurückzuführen, die Präsident Barack Obama entsandte.

Das ist Afghanistan

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Jedoch hätten die Bemühungen, die Nachschubrouten der Taliban über Pakistan und den Iran zu unterbrechen und die dortigen Rückzugsgebiete zu verringern, “keine messbaren Ergebnisse“ erbracht. “Der Aufstand zeigt sich mit Blick auf Logistik, Kommando und Kontrolle widerstandsfähig“, befindet der Bericht weiter.

Die radikalislamischen Taliban schöpften Kraft daraus, dass die Bevölkerung bald mit dem Abzug der alliierten Truppen rechne. “Dadurch wird glaubwürdig, dass ein Sieg der Taliban unvermeidlich ist“, befindet der Report. “Die Taliban sind nicht populär, aber sie nutzen den Frust der Menschen durch eine schwache Regierung aus.“

Der Kampfeinsatz von derzeit rund 130 000 internationalen Soldaten in Afghanistan soll 2014 auslaufen. Nach einem Teil-Rückzug der Schutztruppe Isaf soll das Land am Hindukusch dann weitgehend selbst für seine Sicherheit sorgen.

Die US-Regierung will in der zweiten Dezemberhälfte ihre mit Spannung erwartete Zwischenbilanz zu Präsident Obamas neuer Afghanistan-Strategie vorlegen. Ziel des Reports sei, die Wirksamkeit des Ansatzes zu überprüfen, sagte ein hoher US-Beamter. Alternative Strategien werde er aber nicht beinhalten.

Präsident Obama hatte im Dezember 2009 seine neue Strategie für den Krieg am Hindukusch verkündet. Das US-Militär hat die Aufgabe, das Land nachhaltig zu befrieden und die Verantwortung schrittweise an die afghanische Regierung zu übergeben. Dazu schickte Obama dieses Jahr weitere 30 000 Soldaten ins Land und weitete die Drohnen- Angriffe auf mutmaßliche Taliban-Verstecke in Pakistan aus. Im Juli 2011 soll dann der Abzug der US-Truppen beginnen.

dpa

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