Personalausweis: Sicherheit kostet Geld

Berlin - Kurz vor Einführung des neuen Personalausweises hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bei den Bürgern nochmals um Vertrauen für das elektronische Dokument geworben.

Wer nicht von den neuen Möglichkeiten zur Identifikation im Internet Gebrauch machen wolle, könne den neuen “Perso“ genauso wie den bisherigen Ausweis ohne Chip benutzen, betonte de Maizière am Freitag. Der Personalausweis sei sicher, sagte der Minister. Es sei bisher niemandem gelungen, die Chipkarte zu knacken.

Der elektronische Personalausweis löst an diesem Montag das bisherige Ausweisdokument ab. In den vergangenen Monaten hatte es viel Kritik und Zweifel gegeben. Unter anderem bemängelten Experten wie der Chaos Computer Club (CCC), dass Angreifer auf ungeschützten Computern unter Umständen die PIN für die Online-Identifikation ausspähen könnten. Dies kann allerdings nur passieren, wenn die Nutzer ein einfaches Basis-Lesegerät einsetzen.

Ein Angreifer könnte sich dann im schlimmsten Fall bei einem Online-Händler für den ahnungslosen Nutzer ausgeben - für den Abschluss eines Geschäfts reicht dies allein aber noch nicht. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar wies noch einmal besonders darauf hin, dass die Speicherung der Fingerabdrücke auf dem Chip des Ausweises ausschließlich freiwillig erfolgt.

Thomas de Maizière (CDU) stuft den neuen Personalausweis als sicher ein.

“Wer den neuen Personalausweis beantragt, sollte daher gut überlegen, ob er diese sensiblen Daten dort speichern möchte. Schließlich ist nicht zu erkennen, welche Vorteile der Ausweisinhaber von der Speicherung seiner Fingerabdrücke hat“, betonte Schaar. Das Innenministerium argumentiert, die Speicherung des Fingerabdrucks erschwere den Missbrauch eines gestohlenen Ausweises, da bei Zweifeln die gespeicherten Daten mit den Merkmalen der Person abgeglichen werden könnten.

Für die elektronische ID-Funktion empfahl Schaar den Einsatz höherwertiger Lesegeräte mit integrierter Tastatur. Er hoffe auf eine reibungslose Umstellung am Montag, sagte de Maizière. Zugleich könne er nicht versprechen, “dass es keine Anlaufprobleme gibt“. Die insgesamt rund 20 000 Mitarbeiter der zuständigen Behörden seien aber mit großem Aufwand geschult worden.

De Maizère zeigte sich überzeugt, dass es mit dem digitalen Personalausweis in Zukunft auch mehr darauf ausgerichtete Dienste geben werde. Zum Start wollen 300 Unternehmen erste Dienstleistungen anbieten. “Es könnten auch paar mehr Angebote sein, das ist wahr“, räumte der Minister ein. Schätzungen zufolge könne allein die Bankenbranche 120 Millionen Euro im Jahr sparen, wenn mehr Dienstleistungen wie Kontoeröffnungen über das Internet abgewickelt würden.

Sicherheit kostet Geld

Für Kritik hatte in den vergangenen Wochen auch gesorgt, dass der neue Personalausweis deutlich teurer wird als die 8 Euro, die man bisher bezahlen musste. Der Scheckkarten-Ausweis kostet für Bürger im Alter über 24 Jahren 28,80 Euro und für jüngere 22,80 Euro. De Maizière sagte, dafür bekomme man mehr Sicherheit bei Online- Geschäften - “und Sicherheit kostet Geld“.

Mit jedem ausgestellten Personalausweis landet nun auch mehr Geld bei den Kommunen: 6 Euro statt bisher 70 Cent. Damit sollen unter anderem die Kosten der Behörden für neue Technik und personellen Aufwand aufgefangen werden, hieß es.

dpa

Website zum neuen Personalausweis

www.personalausweisportal.de

Rubriklistenbild: © dpa

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