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Personaldefizit in der Steuerverwaltung

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Mitarbeitende im Finanzamt Bonn
Mitarbeitende im Finanzamt Bonn © Ute Grabowsky / photothek.net

Tausende Stellen fehlen aus Sicht der Deutschen Steuer-Gewerkschaft in der Steuerverwaltung in Deutschland.

Berlin - Es gebe ein hohes Personaldefizit, sagte der neu gewählte Vorsitzende Florian Köbler am Mittwoch in Berlin. Deswegen könnten nicht alle Aufgaben ausreichend erfüllt werden. Mit Blick auf Betriebsprüfungen sagte er, es drohten Steuereinnahmen flöten zu gehen. Köbler (39) löst an der Spitze der Gewerkschaft den langjährigen Vorsitzenden Thomas Eigenthaler (64) ab. Köbler war bisher stellvertretender Vorsitzender.

Köbler sagte, es brauche länderübergreifende Konzepte, um mehr Nachwuchs zu gewinnen. Eine zusätzliche auch personelle Herausforderung sei die Reform der Grundsteuer. Als ganz wichtiges Thema bezeichnete Köbler neben mehr Steuergerechtigkeit mit Blick auf Digitalkonzerne wie Amazon die Bekämpfung der kalten Progression. «Das muss angegangen werden.»

Mit kalter Progression bezeichnet man eine Art schleichende Steuererhöhung, wenn eine Gehaltserhöhung komplett durch die Inflation aufgefressen wird, aber dennoch zu einer höheren Besteuerung führt.

Die Wiedereinhaltung der Schuldenbremse im Bundeshaushalt hält Köbler aus Gründen der Generationengerechtigkeit für wichtig. Köbler sagte weiter, er persönlich habe Verständnis für Forderungen nach einer Übergewinnsteuer auf Extraprofite von Mineralölkonzernen durch den Ukraine-Krieg. Eine Umsetzung wäre aber schwierig. (dpa)

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