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Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU)

Stromsparinitiative

Wo sind Altmaiers versprochene Millionen?

Berlin - Umweltminister Altmaier hatte seine Stromsparinitiative groß angekündigt. 100 Millionen Euro wollte er dafür in die Hand nehmen. Bisher wurde aber nur eine Webseite für 600.000 Euro erstellt.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat weit weniger Geld als versprochen für seine Stromspar-Initiative bereitgestellt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, über die zunächst „Spiegel online“ berichtete und die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Altmaier investierte 600.000 Euro in einen Internetauftritt

Dort wird als einzige zusätzliche aus Altmaiers Etat finanzierte Maßnahme die Internetseite www.die-stromsparinitiative.de genannt. Dafür seien 600.000 Euro geflossen. Bislang verzeichnete die Seite seit dem Start Ende November rund 77.000 Aufrufe, nur 9800 Mal informierten sich Besucher über eine Stromberatung vor Ort. Altmaier hatte bis zu 100 Millionen Euro für seine Initiative angekündigt.

Vor der Wahl dürfte diese Ankündigung kaum noch umgesetzt werden können. Ein Sprecher Altmaiers betonte am Mittwoch, es könne durchaus auch noch neue Stromspar-Programme geben. „Da ist alles im Fluss.“ Der Grünen-Energiepolitiker Oliver Krischer kritisierte: „Altmaiers Stromsparinitiative ist bisher nichts anderes als eine Internetseite mit Energiespartipps.“ Und die sei mit 600.000 Euro auch sehr teuer. „Mehr ist von der großen Altmaier-PR-Show vor knapp einem Jahr und dem dabei präsentierten Anspruch, jeder Haushalt solle eine Energieberatung bekommen, nicht geblieben“, sagte Krischer.

150.000 zusätzliche Stromspar-Checks in Haushalten

Allerdings vergaß das Bundesumweltministerium bei der Beantwortung der Grünen-Anfrage darauf hinzuweisen, dass es auch noch ein 18 Millionen Euro umfassendes Programm für 150.000 zusätzliche Stromspar-Checks in Haushalten gibt. Im Rahmen dieses Programms der Caritas werden in einkommensschwachen Haushalten umsonst abschaltbare Steckerleisten und Energiesparlampen eingebaut, um den Verbrauch deutlich zu senken. Seit 2009 flossen aus der Klimaschutzinitiative des Ministeriums bereits 22 Millionen Euro in dieses Programm, damit konnte in über 90 000 Haushalten der Stromverbrauch gesenkt werden.

dpa

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