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"Die Mitglieder der AfD haben auf demokratische Weise entschieden, dass die Partei mit einem Spitzenteam in die Bundestagswahl zieht", sagt Petry. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv

"Spitzenteam" der AfD

Petry und Hampel bringen sich in Stellung

Die Mehrheit der AfD-Mitglieder mag keine Solisten. Das zeigt das Ergebnis einer Mitgliederbefragung. Ob sich Petry im Wahlkampf auf ein Duett oder ein Trio einstellen muss, ist aber noch offen.

Berlin (dpa) - Der Vorsitzende der niedersächsischen AfD, Paul Hampel, wäre gern Mitglied im "Spitzenteam" seiner Partei für die Bundestagswahl. Die Mitglieder und Delegierten sollten entscheiden, wer die meisten Wähler ansprechen könne, sagte Hampel.

Als Journalist habe er aber 30 Jahre lang Politik begleitet und bringe damit "nicht die schlechtesten Voraussetzungen" für eine derartige Rolle mit. "Natürlich möchte ich für die AfD etwas erstreiten", fügte er hinzu. Zuvor hatte bereits Parteivize Alexander Gauland Interesse bekundet.

Die niedersächsische AfD hatte den ehemaligen Fernsehjournalisten Hampel am vergangenen Wochenende mit großer Mehrheit auf Platz eins ihrer Kandidatenliste für die Bundestagswahl gewählt. Laut einer bundesweiten Mitgliederbefragung will die Mehrheit der AfD-Mitglieder keine Solokandidatur. Nach Angaben aus Parteikreisen sprachen sich rund 54 Prozent für ein "Spitzenteam" aus. 46 Prozent waren für einen Einzelkandidaten. Namen waren in der Befragung nicht genannt worden. Es gilt aber als sicher, dass die Parteivorsitzende Frauke Petry dem Team angehören wird. Wer noch dazustößt, ist offen. Entscheiden soll im April ein Delegiertenparteitag in Köln.

Hampel sagte: "Die AfD ist die natürliche Nachfolgepartei der CDU, und wir wollen Volkspartei werden." Die Partei müsse sich deshalb "breit aufstellen". Auf die Frage, wie groß er dieses ideologische Feld ziehen wolle, sagte er: "Die AfD reicht vom liberalen Jörg Meuthen im Westen bis zum Rechtspfosten Björn Höcke im Osten und da ist dann auch Schluss."

Petry sagte der "Bild"-Zeitung: "Die Mitglieder der AfD haben auf demokratische Weise entschieden, dass die Partei mit einem Spitzenteam in die Bundestagswahl zieht." Die AfD werde im Wahlkampf beweisen, dass sie insgesamt "ein starkes Team" sei. Petry warnte: "Ein Bild à la SPD-Troika gilt es dabei für die AfD zu vermeiden."

In den Wählerumfragen liegt die AfD derzeit bundesweit bei zehn bis elf Prozent. Die Beliebtheitswerte lagen schon einmal höher. Nach Einschätzung der Wahlforscher hatte die AfD zuletzt einige Anhänger an die SPD verloren, die sich mit ihrem neuen Spitzenmann Martin Schulz aktuell im Höhenflug befindet.

Petry, die auch AfD-Landesvorsitzende in Sachsen ist, war vor zwei Wochen zur Spitzenkandidatin der sächsischen AfD für die Bundestagswahl gekürt worden. Auf Platz zwei kam der wegen Äußerungen zu einem angeblichen deutschen "Schuldkult" umstrittene Dresdner Richter Jens Maier. Nun droht der sächsischen AfD eine Neuwahl ihrer Landesliste. Grund sind rechtliche Bedenken hinsichtlich der Wahl der Kandidaten für die ersten fünf Listenplätze. Die Partei habe den stellvertretenden Landeswahlleiter Robert Kluger um eine Bewertung gebeten, bestätigte dessen Büro am Donnerstag in Kamenz. Zuvor hatte die "Freie Presse" darüber berichtet. Die AfD wollte sich zunächst nicht dazu äußern.

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