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Noch im Sommer warb Petry für die AfD, dabei plante sie wohl bereits da ihren Abgang.

Neue Hinweise

Mit dem Mandat in der Tasche: Petrys kalkulierter Abgang nach der Bundestagswahl 

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Die Zeichen mehren sich, dass Frauke Petry ihren Abgang aus der AfD von langer Hand geplant hat. Während ihr Gesicht noch auf Wahlplakaten für die AfD prangte, bereitete Petry offenbar bereits den Eklat vor.

Berlin - Völlig überraschend kam der Austritt von Frauke Petry aus der AfD nach der Bundestagswahl offenbar nicht - zumindest nicht für sie selbst. Neue Hinweise mehren sich, dass der Eklat tatsächlich ein kalkulierter gewesen sein könnte.

Unter dem Namen der Noch-Parteivorsitzenden der AfD, Frauke Petry, ist die Internet-Adresse dieblauen.de registriert worden. Ob die Domain aber tatsächlich Petry gehört, kann man dem öffentlichen Eintrag bei der Registrierungsstelle Denic eG nicht entnehmen. Petry wollte sich am Mittwoch zu dem Thema nicht äußern.

Der Domain-Eintag nährte Gerüchte, wonach Petry und ihr Mann Marcus Pretzell eine neue Partei „Die Blauen“ gründen wollen. Petry und Pretzell hatten am Dienstag angekündigt, ihre Ämter niederzulegen und aus der AfD auszutreten. Petry hatte das mit der „Radikalisierung“ der Partei begründet.

Die Domain dieblauen.de existiert bereits seit dem 11. Juli 2009 und wurde am 19. Januar 2016 auf den Web-Dienstleister United Domains übertragen. Die letzte Änderung an dem Domain-Eintrag wurde am 3. Juli 2017 vorgenommen. Aus öffentlich einsehbaren Einträgen kann man nicht rekonstruieren, wer die Domain ursprünglich eingerichtet hat oder ob die Domain dieblauen.de im Laufe der Zeit verkauft wurde. Bei der Registrierung einer Internet-Adresse muss man in Deutschland keinen Ausweis vorlegen.

Auch auf Twitter tauchten am Mittwoch Profile unter dem Namen „Die Blauen“ auf. In der Selbstbeschreibung steht: Gruppe „Die Blauen“ im Bundestag. Nähere Auskünfte an Medien könnten derzeit nicht beantwortet werden, heißt es dort. Auch hier konnte nicht validiert werden, ob dahinter tatsächlich eine neue politische Partei unter der Führung von Petry steht.

Recherche-Team schrieb bereits im April über Petrys mutmaßliche Pläne

Bereits im April hatte das Recherche-Team von Correctiv darüber berichtet, dass Frauke Petry sich von der AfD abspalten wolle. Allerdings wolle sie damit gezielt bis nach der Wahl warten, um den Fehler ihres Vorgängers Lucke zu vermeiden, der letztendlich ohne Mandat geblieben ist. 

In dem Artikel von Correctiv ist von einer kalkulierten Spaltung nach der Wahl die Rede. Bereits im Juli 2017 hat sich Petry eine Domain mit dem Namen dieblauen.de sichern lassen. Nur wenige Monate nachdem Petry auf dem AfD-Parteitag in Köln mit ihrem Zukunftsantrag gescheitert war.

Das sagt Petry zu „Die Blauen“

Petry bestätigt die Internetadresse „dieblauen.de“ angemeldet zu haben. Eine Partei stecke aber nicht dahinter, sagte sie am Mittwoch am Rande einer Sitzung des sächsischen Landtages in Dresden. Das „Blau“ verkörpere eine Idee, sei aber kein Parteiname. Sie werde sich zu gegebener Zeit dazu äußern. Es sei noch zu früh, um über Details zu sprechen: „Mehr möchte ich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht darüber sagen.“ Petry bekräftigte, dass sie politisch aktiv bleiben wolle.

dpa

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