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Hubertus Heil (SPD, l), Bundesminister für Arbeit und Soziales, und Jens Spahn (CDU).

Thema Pflegeversicherung

„Schräge Idee“: Spahn will eine Gruppe stärker zur Kasse bitten - und verwundert Minister-Kollegen

Jens Spahn will die Sozialsysteme sanieren - dabei möchte er eine Gruppe besonders zur Kasse bitten. SPD-Kabinettskollege Hubertus Heil ist irritiert.

Berlin - Kinderlose sollen nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) höhere Sozialbeiträge zahlen als Eltern. Dies sei eine Gerechtigkeitsfrage, sagte Spahn, der sich derzeit für den CDU-Vorsitz bewirbt, den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgemeinschaft vom Freitag. Er sage dies ganz bewusst als "selbst Kinderloser, der bereit ist, finanziell mehr zur Zukunftsfähigkeit des Systems beizutragen". Scharfe Kritik an dem Vorstoß kam von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

Die Frage höherer Beiträge für Kinderlose stelle sich bei der Rente sowie bei der Pflegeversicherung, sagte Spahn. "Auch hier ziehen Eltern eben auch künftige Beitragszahler groß und sichern das System so für die Zukunft", begründete er seinen Vorstoß. Bislang gibt es bei der Pflegeversicherung bereits einen Aufschlag für Kinderlose von 0,25 Prozentpunkten auf den Pflegebeitrag. Dies sei "richtig und vorbildlich", so Spahn.

„Mehr als schräge Idee“: Heil irritiert von Spahns Vorstoß

"Im Umlagesystem bekommen die Alten das Geld von den Jungen - auch wenn es die Kinder nur der Anderen sind", sagte Spahn weiter. Es gehe darum, die Sozialversicherungen generationengerecht zu gestalten.

Arbeitsminister Heil erklärte dagegen: "Es ist mehr als eine schräge Idee, Kinderlose zu bestrafen; zumal die Kinderlosigkeit in vielen Fällen ungewollt ist." Vielmehr müssten Familien unterstützt werden. Um die finanzielle Basis der Rentenversicherung zu stärken, "sollten wir lieber über einen höheren Rentenversicherungsbeitrag für sehr reiche Menschen nachdenken", forderte der SPD-Politiker.

Lesen Sie auch: Spahns Milliarden-Paket soll Pflege-Notstand lindern - das steckt drin

AFP

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