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Philippinen: Umstrittener Präsident zieht sich plötzlich aus Politik zurück – folgt seine Tochter nach?

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Von: Markus Hofstetter

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Der philippinische Präsident Duterte hat überraschend seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Selbst seine Tochter könnte nicht von dem Schritt gewusst haben.

Manila - Er war eine handfeste Überraschung. Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte kündigte am Wochenende an, bei der kommenden Wahl am 9. Mai 2022 nicht für das Amt des Vizepräsidenten kandidieren zu wollen. Dies sei ein „Verstoß gegen die Verfassung“ wäre, erklärte er am Samstag.

Der ankündigte Rückzug Dutertes aus der Politik lässt die Gerüchteküche hochkochen. Die Regierungspartei PDP-Laban hat zwar noch keinen Präsidentschaftskandidaten gekürt, doch Dutertes Tochter Sara wird schon als mögliche Kandidatin gehandelt. Möglicherweise war sie nicht über den Schritt ihres Vaters informiert, denn am gleichen Tag kündigte die 43-jährige an, sich für die Wiederwahl als Bürgermeisterin der Millionenstadt Davao im Süden des südostasiatischen Inselstaates registrieren zu lassen.

Präsident Duterte zieht sich aus Politik zurück: Tochter Sara will nicht mit ihrem Vater regieren

Laut Verfassung darf der Präsident der Philippinen nur eine Amtszeit regieren. Duterte hatte deshalb im August angekündigt, sich als Vizepräsident zu bewerben, um den von ihm ausgerufenen „Kreuzzug“ gegen Drogenhändler und Aufständische fortsetzen zu können. Seine populäre Tochter Sara hat jedoch erklärt, nicht kandidieren zu wollen, falls ihr Vater die Vizepräsidentschaft anstrebe.

Sara Duterte und Vater Rodrigo Duterte in Jerusalem (2018)
Sara Duterte könnte die Nachfolge ihres Vaters Rodrigo Duterte, dem Präsidenten der Philippinen, antreten. © Nir Alon/imago

Die dpa berichtet, dass Sara Duterte nun bis zum 15. November Zeit hat, auf eine Präsidentschaftskandidatur umzuschwenken. Dafür müsste sie jedoch entweder ihre regionale Partei „Hugpong ng Pagbabago“ national aufstellen oder Mitglied der Regierungspartei werden.

Präsidentschaftswahlen 2022 auf den Philippinen: Schillernde Persönlichkeiten streben das höchste Amt an

Sollte Sara Duterte wirklich zur Wahl antreten, könnte sie sich einer illustren Schar von Konkurrenten gegensehen. Ex-Box-Weltmeister und Senator Manny Pacquiao hatte am Freitag offiziell seine Bewerbung für das Präsidentenamt bei der Wahl 2022 eingereicht. Kommende Woche könnten Beobachtern zufolge Isko Moreno, der Bürgermeister von Manila, und der frühere Polizeichef Panfilo Lacson folgen. Auch Vizepräsidentin Leni Robredo und Ferdinand Marcos Jr., der Sohn des gleichnamigen Ex-Diktators, wird der Eintritt um das Rennen zum Präsidentenamt zugetraut.

Präsident Duterte steht international vor allem wegen seines Feldzugs gegen Drogenkriminalität in der Kritik, weil dabei mutmaßlich zehntausende Menschen getötet wurden. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag gab Chefankläger Karim Khan kürzlich grünes Licht für ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen die Philippinen. Analysten gehen davon aus, dass Sara Duterte ihren Vater im Falle ihrer Wahl zur Präsidentin vor Strafverfolgung schützen würde.

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