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Rodrigo Duerte, Präsident der Philippinen, fordert die Balangiga-Glocken von den Vereinigten Staaten zurück.

Vor 100 Jahren in die Staaten gebracht

Philippinen fordern von USA drei Kirchenglocken zurück

Die Forderung klingt zunächst etwas skurril, hat aber zumindest für die Philippinen einen ernsten Hintergrund: Der Inselstaat fordert von den USA drei Kirchenglocken zurück.

Manila - Die Philippinen wollen von den USA drei Kirchenglocken zurück, die vor mehr als einem Jahrhundert zu Kolonialzeiten in die Vereinigten Staaten gebracht worden waren. „Gebt uns die Balangiga-Glocken zurück. Sie sind unser. Sie gehören zu unserem Nationalerbe“, sagte Präsident Rodrigo Duterte am Montag (Ortszeit) in einer Rede vor dem Parlament an die Adresse der USA. Die Glocken aus der Stadt Balangiga gelten als Symbol des Unabhängigkeitskampfes gegen die einstige Kolonialmacht.

Die Glocken wurden im September 1901 benutzt, um einen Angriff von philippinischen Rebellen gegen die US-Besatzungstruppen einzuleiten. Mehr als 40 US-Soldaten wurden dabei getötet. Als Vergeltung ordnete ein US-General an, dass alle männliche Gemeindemitglieder über zehn Jahren getötet wurden. Der Vorfall ging als „Massaker von Balangiga“ in die Geschichte des südostasiatischen Inselstaates ein.

Die Glocken wurden noch 1901 außer Landes gebracht. Zwei sind heute in einer Luftwaffenbasis im US-Bundesstaat Wyoming ausgestellt. Die dritte befindet sich in Südkorea. Bereits seit den 1990er Jahren gibt es gemeinsame Versuche mit der katholischen Kirche, sie zurückzuholen - bislang jedoch ohne Erfolg. Für seinen neuen Vorstoß bekam Duterte am Dienstag Beifall von der philippinischen Presse. Die Philippinen wurden 1946 in die Unabhängigkeit entlassen.

dpa

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