Andy Grote (SPD), Hamburgs Innensenator
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Andy Grote (SPD), Hamburgs Innensenator

„Wie lost kann man sein?“

„Pimmel-Gate“: Twitter-Nutzer beleidigt Hamburgs Innensenator - Hausdurchsuchung folgt

  • VonClara Marie Tietze
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Man nehme eine Beleidigung, eine Hausdurchsuchung und einen Politiker, mische alles einmal auf Twitter und bekommt einen Shitstorm-Trend vom Feinsten.

Hamburg - Beleidigungen und anderweitige Aussetzer sind sowohl im realen Leben, als auch im Netz ein No-Go - und strafbar. Das musste nun auch ein Twitter-User am eigenen Leib spüren. Unter einem Post des Hamburger Innensenators Andy Grote (SPD) soll er diesen als „Pimmel“ beleidigt haben.

Grote und „Pimmel-Gate“: Hausdurchsuchung bei Twitter-User um 6 Uhr morgens

Die Konsequenzen seiner Beleidigung musste der Nutzer dann kürzlich am frühen Morgen erfahren. „Heute Morgen um 6.00 gab es eine Hausdurchsuchung. 6 Beamt*innen in der Wohnung. Gesucht wurde das Gerät, mit dem ‚du bist so 1 Pimmel‘ unter einen Tweet von Andy Grote geschrieben wurde. Sie wissen, dass zwei kleine Kinder in diesem Haushalt leben. Guten Morgen, Deutschland“, empört sich der verärgerte Nutzer bei Twitter.

„Pimmel-Gate“: Twitter-Gemeinschaft fragt nach Verhältnismäßigkeit

Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Aktion: „Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Hamburg einen Durchsuchungsbeschluss erlassen“, sagte eine Sprecherin in Hamburg. Das Ziel sei gewesen, herauszufinden, wer genau Zugriff auf den Twitter-Account hatte, von dem aus die Beleidigung veröffentlicht wurde.

Die Twitter-Gemeinschaft hat zu dieser Maßnahme eine ziemlich deutliche Meinung: „Oh holy Verhältnismäßigkeit“, schreibt beispielsweise ein User. Ein anderer Nutzer fragt in Richtung Grote: „Wie lost kann man sein?“ Ein Hausarzt, der auf Twitter hauptsächlich für Corona-Impfungen wirbt, findet die Aktion gerechtfertigt: „Dann begeht keine #hatespeech Straftaten, dann braucht man sich auch nicht wundern, dass es Konsequenzen hat.“

Grote und „Pimmel-Gate“: Hamburgs Innensenator in der Kritik

Im ursprünglichen Tweet des Innensenators ging es um verschiedene Feiern ohne Abstand im Hamburger Schanzenviertel. Dazu schrieb Grote: „In der Schanze feiert die Ignoranz! Manch einer kann es wohl nicht abwarten, dass wir alle wieder in den Lockdown müssen ... Was für eine dämliche Aktion!“

Diese Aussage könnte Fragen aufwerfen. Denn erst im letzten Jahr hatte Grote anlässlich seiner Bestätigung als Innensenator eine Party mit 30 Leuten veranstaltet - mitten in Corona-Zeiten. Die Opposition forderte daraufhin seinen Rücktritt.

Lesen Sie auch: Was kann jeder gegen Hate Speech im Netz tun?

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